Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Schneckentempo: Rutte spottet über russische Streitkräfte
Aktualisiert am 13.02.2026 – 23:50 UhrLesedauer: 22 Min.
Mark Rutte: Der Nato-Generalsekretär zieht in München über Putins Armee her. (Quelle: Marijan Murat/dpa)
Der Nato-Generalsekretär spricht über den russischen Vormarsch. Trump macht Druck, Selenskyj will den Donbass nicht weggeben. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Zwischen zwei Luftalarmen haben Musiker des Kyiv Classic Orchestra am Freitagabend am Hauptbahnhof der ukrainischen Hauptstadt ein Konzert gegeben. Unter der Leitung von Dirigent Herman Makarenko spielten neun Streicher eine Stunde lang vor Dutzenden Menschen. Um Zuschauer anzulocken, hatten sie zunächst ein erstes Stück oben auf der riesigen Treppe des Bahnhofs gespielt.
Dann erklangen Stücke des ukrainischen Komponisten Semen Hulak-Artemowskyj und Auszüge aus Werken von Mozart in der Bahnhofshalle. Seit Wochen wird diese als „Ort der Unbesiegbarkeit“ genutzt, wo Menschen sich aufwärmen und ihre Handys aufladen können.
Das Konzert ist Teil eines US-ukrainischen Solidaritätsprojekts. In den kommenden Wochen solle es weitere Auftritte geben, sagte eine der Organisatorinnen, Tetiana Marosowa.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat russischen Forderungen nach einer Preisgabe des Donbass erneut eine klare Absage erteilt. Er begründete dies mit den etwa 200.000 Ukrainern, die noch in den von Kiew kontrollierten Teilen der Gebiete Donezk und Luhansk leben.
„Ich soll zu ihnen gehen, in jede Wohnung, klopfen und sagen: Schau mal, eine großartige Idee! Vergiss dein Haus, vergiss alles, deine Verwandten, verlass dein Haus, denn das ist die großartige Idee der großen Bosse“, sagte Selenskyj bei einer Veranstaltung des Nachrichtenportals „Politico“ auf der Münchner Sicherheitskonferenz.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat das Tempo des russischen Vormarsches in der Ukraine mit dem einer Gartenschnecke verglichen. „Dieser sogenannte russische Bär existiert nicht“, sagte er bei der Münchner Sicherheitskonferenz. „Unterm Strich bewegt sich das kaum schneller als eine Gartenschnecke.“
Rutte verwies zudem auf die enormen Verluste der russischen Streitkräfte im Angriffskrieg. Allein im Dezember seien 35.000 russische Soldaten gefallen, im Januar ebenfalls 30.000. „Das sind die Fakten. Deshalb müssen wir die Ukraine stark halten, denn wir sehen, dass sie unsere Unterstützung bestmöglich nutzt“, sagte er. Er wolle bei der Münchner Sicherheitskonferenz klarmachen, dass die Russen nicht gewinnen, wie manche denken würden.
