Beim Veilchendienstagszug (VDZ) säumen viele Kostenpflichtiger Inhalt bunt geschmückte Karnevalswagen und jecke Feierwütige mit ausgefallenen Kostümen die Straßen der Vitusstadt. Damit auch blinde und seheingeschränkte Menschen den Umzug voll und ganz erleben können, wird es in diesem Jahr wieder eine Blindenreportage neben der Tribüne auf dem Alten Markt geben. Das Angebot des Landschaftsverband Rheinland (LVR) in Kooperation mit dem Mönchengladbacher Karnevalsverband (MKV) und Borussia Mönchengladbach ist bereits seit 2016 fester Bestandteil des VDZ.

Laut LVR beschreiben die Blindenreporter der Borussia, Marc-Sidney Rahmel, Thomas Hörkens und Stefan Birkenstock, die Gruppen und Wagen bis ins kleinste Detail. Die Sehbehinderten können die Zugbeschreibung über drahtlose Empfangsgeräte und Kopfhörer hören. Die Reportage sei für diese Menschen die einzige Möglichkeit, den Karnevalszug zu erleben, sagt Ellen Petry vom Fachbereich Veranstaltungsmanagement des LVR. Sonst würden sie dem Umzug fernbleiben. „Wir finden super, dass das Team von Borussia das jedes Jahr aufs Neue übernimmt“, sagte Petry.

Die Idee für die Blindenreportage hat laut Petry im Jahr 2016 der MKV gehabt, der damals auf den LVR zugekommen ist. Das Angebot ist seitdem die erste Blindenreportage der Initiative „Karneval für alle“: Damit macht sich der LVR nach eigenen Angaben seit 2013 rheinlandweit dafür stark, dass auch Menschen mit Behinderung Karneval feiern können – auf Sitzungen, im Straßenkarneval und an den Zügen. Neben den Live-Beschreibungen für Blinde finanziere der LVR Übersetzungen in Gebärdensprache und biete Rollstuhlplätze an Zugwegen an.

Seheingeschränkte und blinde Menschen können das Angebot kostenfrei und ohne Anmeldung wahrnehmen. Wer trotzdem im Voraus Bescheid geben möchte, kann sich per Mail unter karneval-fuer-alle@lvr.de melden. Der VDZ startet um 13.11 Uhr an der Lüpertzender Straße.