Standdatum: 14. Februar 2026.
Autorinnen und Autoren:
Matthias Röhrs
Aufregende Gefühle, die neue Beziehungen mit sich bringen, kennen kein Alter. Vielen Menschen ist aber eine tiefe Freundschaft genauso wichtig.
Bild: Imago | Westend61
Liebe endet nicht mit dem Alter. Im Landhaus Horn erzählen ältere Menschen, wie Nähe und neue Schmetterlinge im Bauch auch im hohen Alter zu erfüllenden Beziehungen führen.
Inge Bolte hat sich in der Seniorenresidenz noch einmal verliebt.
Bild: Radio Bremen | Matthias Röhrs
Die Schmetterlinge im Bauch fliegen auch im Alter. Das hat Inge Bolte mit Anfang 90 noch erfahren. Ein Neuer im Landhaus Horn, einer Bremer Seniorenresidenz, hatte es ihr angetan. „Es war richtig schön und immer, wenn wir uns gesehen haben, haben wir uns umarmt. Ich habe ihn auch mal in seinem Zimmer besucht. Wir haben ein bisschen rumgemuddelt.“ Die heute 94-Jährige lacht. Allerdings sei der Mann sehr früh gestorben, da sei sie sehr traurig gewesen.
Das Landhaus Horn der Bremer Heimstiftung ist eine der besseren Adressen unter den Bremer Seniorenheimen. Präsentable Backsteingebäude, innen warme Farben, viele Freizeitangebote. 80 Wohnungen in verschiedenen Größen gibt es hier, und die meisten Bewohnerinnen und Bewohner leben alleine. Man versteht sich gut, sagen sie, viele in der Hausgemeinschaft sind Freunde.
Dass aber mal mehr als Freundschaft entsteht, ist eher die Ausnahme. Wer hier wohnt, macht sich keinen Druck mehr in Sachen Liebe. Die Bewohnerinnen und Bewohner haben ihre große Liebe oft schon zu Grabe tragen müssen. So etwas nochmal zu erleben? Das halten sie für unwahrscheinlich. Und wenn doch: „Das muss sich einfach ergeben, das kann man gar nicht planen“, sagt Horst Laue.
Freundschaftliche Liebe gehört zum Alltag
Hedwig Birr empfindet vor allem tiefe Freundschaft im Heim.
Bild: Radio Bremen | Matthias Röhrs
Trotzdem gehört Liebe in der Seniorenresidenz zum Alltag, wenn auch weniger romantisch oder erotisch. Es ist mehr die Liebe unter Freunden oder wie in einer Familie. Bewohnerin Hedwig Birr beschreibt: „Es ist durchaus so, dass Menschen hier sind, die Liebe empfinden. Aber es ist eine ganz andere Liebe. Ich würde das mehr bezeichnen als tiefe Freundschaft.“ Im Landhaus Horn macht man vieles zusammen. Es gibt Grillabende oder gemeinsame Weihnachtsfeiern. Für manche im Haus gehört das zur Liebe – wenn auch im weiten Sinne.
Wenn aber doch mal jemand anbandelt, hält sich das Haus raus, erläutert Leiterin Barbara Rotgeri-Nunnemann. Ihre Erfahrung zeigt: Oft sind es die Kinder, die sich einmischen und die ein Problem mit einer neuen Beziehung der Eltern haben.
Das ist ja eine ganz private Angelegenheit. Das geht mich in erster Linie gar nichts an. Die Menschen leben hier autonom, selbstbestimmt und können in jeder Hinsicht auch ihre Sexualität auch privat ausleben.
Barbara Rotgeri-Nunnemann
Wie schon bei Inge Bolte kann der Tod eine frisch erblühte Liebe in der Seniorenresidenz aber jäh beenden. Das kommt immer wieder vor, geht aus den Gesprächen hervor. Schwere Krankheiten sind ebenso ein Thema. Demenz zum Beispiel: Wenn sich Erkrankte zueinander hingezogen fühlen, verbringen sie auch Zeit zusammen im Bett, berichtet Rotgeri-Nunnemann. Hier kommen oft die Beschützer-Instinkte der Kinder wieder zurück. „Egal, ob sie nun demenziell erkrankt sind oder nur alt: Da hatte ich schon Schwierigkeiten, dass die Kinder es auch zulassen können, dass die Eltern sich körperlich hingezogen fühlen. Liebe und Sexualität ist keine Frage des Alters.“
Zu zweit ist es einfacher
Anke und Ralf Obernberger sind eines der wenigen Paare im Haus. Vor drei Jahren haben sie eine Dreizimmerwohnung im Landhaus bezogen. Sie haben keine Kinder und wollten sich gut versorgt wissen, falls es gesundheitlich bergab geht, sagt die 83-Jährige. Sie hätten zwar weniger, aber immer noch ausreichend Platz.
Das Ehepaar Anke und Rolf Obernberger fühlt sich im neuen Zuhause gut versorgt.
Bild: Radio Bremen | Matthias Röhrs
Es sei gerade zu Anfang ein großer Unterschied gewesen, zu zweit zu sein. Das Eingewöhnen sei ihnen leichter gefallen als vielleicht Alleinstehenden. Mittlerweile haben sie sich längst eingefunden. Wenn sie Zeit zu zweit brauchen, können sie ihre Wohnung abschließen und blieben ungestört. Und wenn die Luft zwischen ihnen mal etwas dicker ist, gibt es genügend Raum für sich selbst.
Ralf Oberberger bereut den Umzug nicht. „Hier können wir unseren Lebensabend in Ruhe genießen“, sagt der 80-Jährige. So ginge es auch ihren Freunden im Landhaus, auch ohne Partnerschaft: „Hier ist keine Brautschau oder so etwas – hier in diesem Hause. Sondern hier wird die Person geachtet. Wenn sich etwas ergibt, dann ist das vollkommen in Ordnung. Aber hier ist kein Schaufenster der großen Liebe.“
So wurde der Valentinstag zum Brauch in Bremen
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So wurde der Valentinstag zum Brauch in Bremen
Ist der Valentinstag nur eine Erfindung der Blumenindustrie? Wir sind dem Ursprung mal nachgegangen.
Quelle: Radio Bremen





