Dieser Anblick dürfte dem ein oder anderen Zoo-Besucher in NRW auf dem Magen schlagen…

Eigentlich gehören Tierfütterungen immer zu den großen Highlights für Zoo-Besucher – auch in Wuppertal. Schließlich ist es dann garantiert, dass man einige Tiere zumindest einmal zu Gesicht bekommt, wenn sie sich zur Futterstelle begeben.

Und da nicht alle Zoo-Tiere im Wuppertaler Zoo Vegetarier sind, wird entsprechend auch mal Fleisch oder Fisch serviert. Doch selten bekommen das Besucher derartig deutlich – und auch blutig – vorgeführt, wie zuletzt in Wuppertal…

NRW-Zoo verfüttert ganzes Rind an Löwen

Die Bilder aus dem Löwengehege vom Mittwoch (11. Februar) haben es in sich: Neben den Raubkatzen liegt eine totes schwarz-weißes Rind am Boden. Am Hals des Kadavers sind deutlich blutige Wunden zu sehen. Es ist das erste Mal, dass die Löwen im Wuppertaler Zoo zur Fütterung ein vollständiges Tier erhalten – Fell und Knochen inklusive. Wie der WDR berichtet, stammt das Tier nicht aus der Lebensmittelproduktion und wurde wenige Stunden vor der Fütterung geschlachtet.

Der Grüne Zoo Wuppertal verfolgt mit dem 500-Kilo-Frischfleisch-Paket ein besonderes Ziel. Man will den Löwen eine natürlichere Ernährungsform ermöglichen. Auch in freier Wildbahn erlegen die Raubkatzen Antilopen oder Zebras – und arbeiten sich dann eigenständig durch Fell, Haut, Knochen und Sehnen. Genau dieses natürliche Verhalten sollen die Tiere nun an dem Rind ausleben. Die Tierpfleger erhoffen sich dadurch positive Auswirkungen auf das Verhaltung und die Verdauung der Löwen.

„Was stimmt mit euch nicht?“

Doch der blutige Anblick – so natürlich er auch sein mag – gefällt einigen Zoo-Besuchern so gar nicht. In den Kommentaren auf dem Facebook-Profil des Wuppertaler Zoos entbrennt daraufhin eine hitzige Diskussion. Die einen finden das Vorgehen des Zoos und das unzensierte Foto des blutigen Kuh-Kadavers nicht tragbar – die anderen verteidigen die Argumente der Wuppertaler Tierpfleger.

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Ein Auszug:

  • „Find es unverschämt und unverantwortlich. Wir werden nicht vorher gefragt , ob wir das sehen möchten. Und Nein, ich in meinem Fall möchte das nicht. Ihr hättet wenigstens so fotografieren können, dass man das Blut nicht sieht.“
  • „Was stimmt mit euch nicht? Alles soll so artgerecht wie möglich sein – und dann wird es so gemacht und wieder ist alles verkehrt.“
  • „Artgerecht wäre es, wenn die Löwen ihre Beute selbst erlegen könnten und nicht gefüttert werden würden. Außerdem hat die Beute in der Natur die Möglichkeit, sich zu wehren oder zu fliehen. Das ist im Zoo so nicht möglich.“
  • „Ich glaube, da haben wieder einige Leute vergessen, dass Zoos keineswegs lustige kleine Tier-Anguck-Parks sein sollen, wo alles bunt und mit Zuckerwatte gepolstert ist. Es gibt da schon einen gewissen Bildungsauftrag und wenn man so will auch Verantwortung den Tieren gegenüber. Artgerechte Fütterung gehört nun mal dazu, und Löwen freuen sich über ein Rind mehr als über Avocado-Rucola-Salat… wer das nicht sehen will, muss dem Zoo eben fern bleiben.“
  • „Grausam.“

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Und auch dem Zoo selbst ist die Diskussion natürlich nicht verborgen geblieben. „Wir können verstehen, dass es für manche unserer Besucherinnen und Besucher eine bedrückende Situation sein kann, einen ganzen getöteten Tierkörper in der Löwenanlage zu sehen“, meldet sich das Team selbst unter dem Beitrag zu Wort. „Hier zeigen sich die natürlichen Kreisläufe der Natur und die Tatsache, dass für Fleischkonsum Tiere sterben müssen, in einer Deutlichkeit, die für viele Menschen fremd und beklemmend sind. Wir finden allerdings, dass diese Zusammenhänge auch in einem Zoo sichtbar sein sollten.“