Bad Salzuflen. Der 10. Jahrgang der Gesamtschule Aspe hat sich im GL-Unterricht intensiv mit dem Thema Erinnerungskultur beschäftigt. Dabei rückten bewusst außerschulische Lernorte in den Mittelpunkt, um Geschichte nicht nur im Klassenraum zu behandeln, sondern sie erfahrbar zu machen.
Die Klassen 10a, 10b und 10c nahmen im Januar an geführten Stolpersteine-Touren durch Bad Salzuflen teil. Vor Ort lernten die Schülerinnen und Schüler die Lebensgeschichten jüdischer Bürgerinnen und Bürger kennen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Die Stolpersteine im Stadtbild zeigten, dass diese Schicksale Teil der lokalen Geschichte sind – direkt vor der eigenen Haustür. Viele Jugendliche äußerten, sie habe besonders bewegt, dass es sich um reale Menschen handelte, die einst in ihrer Stadt lebten.
Am 27. Januar, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, besuchten die Klassen das Landestheater Detmold und sahen das Theaterstück „Anne Frank“. Die Inszenierung eröffnete einen emotionalen Zugang zur Geschichte von Anne Frank und regte Gespräche über Ausgrenzung, Angst, Hoffnung und Menschlichkeit an. Das Theater erwies sich als eindrucksvolles Medium, um historische Inhalte nachhaltig zu vermitteln.
Im Rahmen der SchulKinoWochen besuchte der gesamte Jahrgang am 5. Februar die FilmBühne Bad Salzuflen und sah den Film „Amrum“. Auch hier standen Fragen von Erinnerung, Verantwortung und dem Umgang mit Geschichte im Mittelpunkt. Der Film bot zahlreiche Gesprächsanlässe und eröffnete neue Perspektiven auf historische Zusammenhänge.
GL- und Geschichtslehrerin Zeynep Yilmaz betont die Bedeutung dieser Lernformen: „Als Geschichtslehrerin empfinde ich es als ein Muss, Erinnerung greifbar zu machen. Gerade außerschulische Lernorte eignen sich dafür besonders gut – sie machen Geschichte lebendig und erfahrbar.“