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Seit seiner Rückkehr zu Dynamo Dresden im Sommer 2024 hat Christoph Daferner (28) geliefert. Mit 18 Toren hatte der Stürmer vergangene Saison maßgeblichen Anteil am Aufstieg, auch in der 2. Liga traf er in den ersten zehn Spielen fünf Mal. Doch in letzter Zeit ist die Tormaschine ins Stocken geraten.

Man könnte es sich einfach machen und es auf seine Einsatzzeiten schieben. Im vergangenen November verlor Daferner seinen Stammplatz. Nicht aus Leistungsgründen wohlgemerkt, sondern weil Trainer Thomas Stamm seiner Wunschverpflichtung Vincent Vermeij (31) den Vorzug gab.

Plötzlich fand sich Daferner mehr auf der Bank als auf dem Feld wieder, ein Resultat des neuen Konkurrenzkampfes in der Dynamo-Offensive. Seitdem traf er nur noch einmal. Weniger Minuten – weniger Tore. Viel wichtiger aber: Den Rücken stärkte Stamm dem gebürtigen Schwaben damit nicht.

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Dabei wechselte der Stürmer genau wegen der erhofften Rückendeckung von Nürnberg zurück zu Dynamo Dresden. „Ich will wieder ein wichtiger Teil einer Mannschaft sein. Ich bin ein Spieler, der sich wohlfühlen muss und Leute braucht, die einem vertrauen“, begründete er seinen Schritt seinerzeit.

Die Rechnung ging zunächst auch voll auf, eine Win-Win-Situation für Spieler und Verein. Bis zum vergangenen Herbst. Auch wenn sich Daferner danach nie öffentlich beklagte und stets betonte, dass der Erfolg der Mannschaft im Vordergrund stehe: Der unverschuldete Verlust seines Stammplatzes beschäftigt ihn, der ohnehin ein eher introvertierter und (selbst)kritischer Mensch ist.

Ausgleich futsch! Statt ins Tor flutschte der Ball noch an Daferner (l.) vorbei und neben die Kiste

Ausgleich futsch! Statt ins Tor flutschte der Ball noch an Daferner (l.) vorbei und neben die Kiste

Foto: Frank Hammerschmidt/dpa

Möglich bis wahrscheinlich, dass das auch an seinem Selbstvertrauen und Selbstverständnis gekratzt hat. Eine Szene aus dem letzten Spiel gegen Elversberg legt diese Vermutung zumindest nahe: In der Schlussphase hätte Daferner nach einer Hereingabe von Stefan Kutschke (37) den Ball nur noch mit der Brust zum Ausgleich über die Linie drücken müssen, doch Petkov spitzelt ihn noch irgendwie weg. Vielleicht auch, weil die letzte Überzeugung fehlte.

„Ich weiß gar nicht, wie der Ball nicht reingehen kann. Das wissen die Elversberger wahrscheinlich selber nicht, was die da für Glück hatten“, meinte Alexander Rossipal nach dem Spiel, ohne Daferner dabei kritisieren zu wollen. „Der Ball vorher von Kutsche war unglaublich, den hat er in Zehner-Manier vors Tor gechipt.“

Stürmer-Rotation eine Überlegung wert

Apropos Kutschke: Der Kapitän muss sich inzwischen schon die zweite Saison mit seinem Reservisten-Dasein abfinden. Dabei haben gerade die letzten Spiele gezeigt, dass sich der Oldie nicht nur dank seiner Emotionen und des Einsatzwillens vor seinen Sturm-Kollegen nicht verstecken muss. Zwei Torvorlagen auf Schalke und (fast) eine gegen Elversberg belegen das auch in Zahlen.

Vielleicht wäre angesichts der Gesamtsituation eine häufigere Stürmer-Rotation in der Stamm-Elf nicht die schlechteste Idee für mehr Treffer im Abstiegskampf. Zumal auch Vincent Vermeij nicht der Überflieger des Trios und in diesem Jahr noch torlos ist.