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Schlimmer kann man sich in einem Do-or-die-Spiel kaum präsentieren! Was Deutschlands Eishockey-Cracks im Viertelfinale der Olympischen Spiele bieten, ist über weite Strecken zum Wegschauen: 2:6 (0:1, 1:3, 1:2) gegen die Slowakei. Damit ist die Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis (67) sang- und klanglos ausgeschieden. Das von Superstar Leon Draisaitl (30) ausgegebene Ziel Medaille verfehlt.
Was wurde in den vergangenen Tagen nicht alles gesagt! „Schnörkellos und geradlinig spielen“, forderte der entmachtete Kapitän Moritz Müller (39). „Es ging darum, uns klarzumachen, was für Möglichkeiten wir haben“, sagte Draisaitl. „Weil wir in dieser Konstellation noch nie zusammen waren.“ Nach dem 1:5 gegen die USA trafen sich die Spieler ohne Trainer und redeten. Parallel lud Kreis seine Co-Trainer zum Essen ein, „um unter uns ein paar Dinge zu besprechen“. Das fruchtete scheinbar nur gegen Frankreich (5:1) in der Viertelfinal-Qualifikation, aber die Franzosen waren im ganzen Turnier so schlecht, gegen die konnte man gar nicht verlieren.

Der Puck schlägt im Tor ein, der bedauernswerte Philipp Grubauer (34) ist wieder geschlagen
Foto: AP
Und dann kommt die Slowakei des Weges. Auch mit sieben NHL-Profis wie Deutschland, aber nahezu vier Tage ohne Spiel, also ausgeruht. „Aber wir sind im Rhythmus, das kann ein Vorteil sein“, sagte NHL-Verteidiger Moritz Seider (24). Ist es nicht. Vier Spiele in fünf Tagen sind zu viel für das DEB-Team. 5:17 Schüsse im ersten Drittel, ein, vorsichtig formuliert, behäbiger Auftritt. Das Beste aus deutscher Sicht: Es steht nach 20 Minuten nur 0:1 durch Pavol Regendas (26) Tor (19.).
In 33 Sekunden alles vorbei
Nach der Pause brechen dann alle Dämme. Binnen 33 Sekunden entscheidet ein Doppelschlag die Partie. Milos Kelemen (26) und Oliver Okuliar (25) erhöhen in der 25. Minute auf 3:0. Erst stolpert Lukas Kälble (28) über seine eigenen Füße, dann lässt sich Jonas Müller (30) zu leicht den Puck abnehmen. Kreis nimmt daraufhin eine Auszeit. Die aber bewirkt nichts. Dalibor Dvorsky (20) von den St. Louis Blues macht das 4:0 (31.). Das deutsche Tor von Lukas Reichel (23) fällt zu dem Zeitpunkt schon unter die Rubrik Ergebnis-Kosmetik (35.). Und selbst wenn sich das Team danach was vorgenommen hat, es verpufft nach 58 Sekunden im letzten Abschnitt, als Regenda das 5:1 macht. Frederik Tiffels (30) macht noch das 2:5 (50.) – geschenkt. Tomas Tatar (35) setzt den Schlusspunkt in den leeren Kasten (57.).

Enttäuschter Abgang von Olympia: Leon Draisaitl (30), der nie richtig ins Turnier findet
Foto: Peter Kneffel/dpa
„Wir haben auf alle Fälle die besten Spieler dabei. Die besten deutschen Mannschaften sah ich aber 2018 und 2023. Da muss dieses Team erst noch hinkommen“, hatte Moritz Müller in seiner Brandrede gesagt. Er hatte recht. Allein schon spielerisch ist Deutschland 2026 vom Olympia- und WM-Silber weit entfernt. Hat also die Zulassung der NHL-Stars nicht gutgetan?
Fakt ist: Wenn sie spielen dürfen, muss man sie spielen lassen. Aber das Tempo der Nordamerikaner, gedanklich und auf den Kufen, passt nicht zur weitaus defensiveren Spielweise der DEL-Akteure. „Erst die Scheibe sicher raus, dann hinterher“, beschreibt es Moritz Müller. Die NHL-Spieler kamen geschlossen erst nach Olympia-Beginn nach Mailand. Ohne jede Vorbereitung hat Deutschland sich schlechter zusammengefunden als andere Teams, die das gleiche Problem hatten. Wie zum Beispiel die Slowaken. Eine bittere Erkenntnis.