Ein Fahrgast steht am Morgen bei starken Schneefall auf einem Bahnsteig der U-Bahnstation

Stand: 19.02.2026 • 20:47 Uhr

Ein ganztägiger Warnstreik bei der VGF und starker Schneefall haben am Donnerstag große Teile des Frankfurter Nahverkehrs zum Stillstand gebracht. Betroffen waren sämtliche U-Bahn- und Straßenbahnlinien.

Zusammen mit starken Schneefällen hat der ganztägige Warnstreik am Donnerstag große Teile des Frankfurter Nahverkehrs lahmgelegt. Mit der Frühschicht begannen die Beschäftigten der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) den Ausstand.

Betroffen waren alle neun U-Bahn-Linien sowie die zehn Straßenbahn-Linien. Nicht nur Fahrpersonal, sondern auch Beschäftigte im Bereich Technik und Werkstatt legten laut der Gewerkschaft Verdi, die zum Streik aufgerufen hatte, ihre Arbeit nieder.

S-Bahnen als Alternative – mit Verspätungen

Nicht betroffen vom Warnstreik in Frankfurt waren folgende Verkehrsmittel:

  • die S-Bahnen
  • die Regionalzüge
  • die städtischen Busse
  • der Schienenersatzverkehr für die U2
  • regionalen Busse und Express-Busse

Im ganzen Rhein-Main-Gebiet kam es Morgen und am Vormittag zu mehreren Signal- und Weichenstörungen, die laut einem Sprecher der Deutschen Bahn zum Großteil durch den Schneefall verursacht wurden. Auch wenn es integrierte Weichenheizungen gebe, reichten diese oft nicht aus, wenn viel Schnee in kurzer Zeit falle. Dann müssten Mitarbeitende ausrücken, um die Weichen per Hand von Schnee zu befreien.

Den Fahrgästen hatte die VGF empfohlen, möglichst kurz vor Fahrtantritt im Internet noch einmal aktuelle Informationen einzuholen.

Einschränkungen auch bei Bussen in Mittel- und Westhessen

Auch in Marburg und Gießen gab es Arbeitsniederlegungen, allerdings in geringerem Umfang angesichts unterschiedlicher Tarifverträge für das Fahrpersonal. Von den Stadtwerken Gießen hieß es, dass die Busfahrerinnen und Busfahrer der Nahverkehrstochter Mit.Bus nicht zum Streik aufgerufen seien, daher rechnete man dort nicht mit Auswirkungen auf den Linienbetrieb.

In Mittel- und Westhessen legte das Wetter den Busverkehr teilweise dennoch lahm: Durch die starken Schneefälle kam es zu Fahrtausfällen und Verspätungen im Busverkehr in der Stadt sowie im Landkreis Gießen, im Landkreis Marburg-Biedenkopf sowie in anderen Landkreisen, wie der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) mitteilte.

Betroffen waren davon auch die Busse des Schienenersatzverkehrs zwischen Kelsterbach und Raunheim (Groß-Gerau). Zudem konnten witterungsbedingt einige Züge auf den Linien RE42 und RB45 nicht fahren. Der RMV bat Fahrgäste, sich kurz vor Fahrtantritt über die aktuelle Lage und witterungsbedingten Ausfälle zu informieren.

Dritter Warnstreik-Tag im laufenden Tarifkonflikt

Es war bereits der dritte Warnstreik-Tag im aktuellen Tarifkonflikt der kommunalen Verkehrsbetriebe. Insgesamt hatte Verdi rund 2.500 Beschäftigte im Bundesland zu vorübergehenden Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Am Freitag werden in Wiesbaden die Busse bestreikt. Die aktuellen Aktionen resultierten laut Verdi aus einem „Eklat“ kurz vor Ende der dritten Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Nahverkehr.

Dabei hätten die Arbeitgeber überraschend zwei neue Themen auf den Tisch gebracht, die nach Verdi-Angaben Kürzungen für die Beschäftigten bedeuten würden. Die ÖPNV-Verhandlungen werden von Verdi gleichzeitig in allen Bundesländern geführt. Es geht in Hessen nicht um die Gehälter der Beschäftigten, sondern um die Arbeitsbedingungen nach dem Manteltarifvertrag.

Hessischer Rundfunk