Bielefeld. Die starke Vermüllung an den Altkleidercontainern empört viele Bielefelder. Das Thema hat es nun auch in die Februar-Sitzung des Senner Bezirksparlaments geschafft. Dort beschwerte sich ein erboster Anwohner über den „Schandfleck in Windflöte“.
Das Problem gibt es bundesweit: Manche Kommunen bauen ihre Container inzwischen sogar ganz ab. Nun scheint sich auch in Bielefeld etwas zu tun: Derzeit laufen Gespräche zwischen der Stadt, den gemeinnützigen Sammel-Organisationen und zertifizierten Entsorgern.
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Aktuell sollen gut erhaltene Kleidung und Textilien, die sauber und trocken sind, möglichst wasserdicht verpackt in die Sammelcontainer geworfen werden, die es an vielen Stellen im Stadtgebiet gibt.
Herstellerverantwortung und Bielefelds Weg – Umsetzung bis 2026
Das sei in Bielefeld „seit Jahren gelebte Praxis“, heißt es von der Verwaltung. Leider beobachteten der städtische Umweltbetrieb und seine Kooperationspartner, dass viele dieser Standorte „allzu oft zur illegalen Entsorgung von Abfällen genutzt und Alttextilien nicht korrekt entsorgt würden“.
Deshalb hat der Betriebsausschuss des Umweltbetriebs nun vorgeschlagen, die Zusammenarbeit mit den karitativen Sammlern weiter auszubauen, die Situation an den Container-Standorten zu stabilisieren und gleichzeitig die karitativen Partner zu entlasten. Was aber bedeutet das konkret?
Umweltbetriebssprecher Michael Koch verweist auf NW-Nachfrage darauf, dass im April 2028 die Herstellerverantwortung bei Alttextilien (eine EU-Vorgabe) zu erwarten sei. „Hersteller, die Textilien in der EU in Verkehr bringen, müssen die Kosten für deren Sammlung, Sortierung und Recycling tragen“, konkretisiert das EU-Parlament online.
Zur Umsetzung in deutsches Recht werde derzeit im Bundesumweltministerium an einem Referentenentwurf gearbeitet. Nähere Infos dazu erwartet der Bielefelder Umweltbetrieb in den nächsten Monaten – wahrscheinlich zum zweiten Quartal 2026.
Bielefeld sucht nach einem „gangbaren Weg“
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Bis die deutsche Gesetzgebung entsprechend angepasst ist, versuche die Stadtverwaltung zusammen mit den Sammlern „einen gangbaren Weg“ zu finden, so Koch. Denn: „Bei den Alttextilien hat es eine enorme Qualitätsverschlechterung gegeben. Wir sprechen inzwischen nicht mehr nur von Fast-, sondern von Ultrafast-Fashion. Das heißt, einmal anziehen und wegwerfen“ – oder in Altkleidercontainern entsorgen.
Wie das verhindert werden und wie ein solcher „Bielefelder Weg“ aussehen könnte, ob die Container sogar abgebaut oder zumindest reduziert werden, dazu wollte Koch noch nichts sagen. Sicher aber ist: „Videokameras wird es nicht geben. Da muss etwas anderes gefunden werden.“