Es war ein Bild mit Symbolcharakter: Stefan Holz, Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga, saß am Samstagabend ganz allein in der ersten Reihe. Die Plätze neben ihm, reserviert für die Ehrengäste, waren verwaist. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter war nach der überraschenden Niederlage des FC Bayern im ersten Halbfinale ebenso schnell verschwunden wie Präsident Herbert Hainer.

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Auch der Rest der Halle hatte sich merklich geleert, und so waren von den 11.500 Zuschauern nur noch rund die Hälfte übrig, als Alba Berlin gegen Oldenburg souverän ins Finale einzog. Die 800 mitgereisten Fans aus der Hauptstadt störte das nicht: Sie feierten ausgelassen, doch der Gesamteindruck blieb trist.

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© imago/Jenni Maul

Die Endrunde im Pokal soll das Highlight im deutschen Basketballkalender sein. „Beginnend mit dem Finalturnier 2026 heben wir das Top Four auf das nächste Level und werden die Marke über die kommenden Jahre weiter ausbauen. Das wird ein Fest für Basketball-Fans“, hatte Holz bei der Vergabe nach München gesagt.

Zuvor hatte die Liga bereits eine unglückliche Figur abgegeben, weil sie Düsseldorf als Austragungsort verkündet und die Vereine dann einen Rückzieher gemacht hatten.

Julian Graeber, 2022 Autorenportrait, Autorenfoto, Tagesspiegel

Julian Graeber hat schon viele Top-Four-Turniere gesehen, so emotionslos wie beim zweiten Halbfinale am Samstag hat er aber noch keine Halle erlebt.

Von 2026 bis 2028 findet die Endrunde nun im nagelneuen Münchner Garden statt. Damit will die Liga die alljährlichen Probleme der kurzfristigen Vergabe an einen der Teilnehmer umgehen und stattdessen einen festen Standort etablieren. Als Vorbild dient das DFB-Pokalfinale in Berlin.

Dass dieses Unterfangen nicht einfach ist, steht außer Frage. Basketball ist nun mal nicht Fußball, und ein Miniturnier mit vier Mannschaften hat seinen eigenen Charakter. Auf der einen Seite bietet es die Gelegenheit für ein großes, freudiges Aufeinandertreffen. Dafür hat der FC Bayern als Organisator ein buntes Rahmenprogramm mit Legendengala, Fanparty und einem kleinen Basketballmuseum zusammengestellt.

Auf der anderen Seite lässt es sich aber kaum vermeiden, dass die Fans der unbeteiligten Mannschaften eher teilnahmslos zuschauen – oder die Halle verlassen, sobald ihr Team gespielt hat.

Warum spielt der Gastgeber im ersten Halbfinale?

Diese Dynamik ist den Organisatoren nicht anzulasten, ein kapitaler Planungsfehler dagegen schon. Warum spielte Gastgeber Bayern München am Samstag im ersten Halbfinale? Es war wahrlich keine Überraschung, dass anschließend nicht nur dessen kleiner Fanklub, sondern auch große Teile des Münchner Eventpublikums lieber nach Hause oder ins Restaurant gingen.

So war die Stimmung bei Alba gegen Oldenburg eines Pokalhalbfinales nicht würdig. Ob es am Sonntag beim Finale besser wird, bleibt abzuwarten – obwohl mit Berlin und Bamberg zwei der lautesten Fanszenen Deutschlands aufeinandertreffen. Am Samstag wies der Hallensprecher mehrfach darauf hin, dass noch Tickets verfügbar seien – und viele Münchner werden wohl trotz vorhandener Eintrittskarte nicht kommen.

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Die BBL und der FC Bayern als Organisator müssen aus diesem ersten Top Four dringend ihre Lehren ziehen, damit es im nächsten Jahr wirklich ein Fest für Basketball-Fans wird.