
AUDIO: Nachrichten 06:00 Uhr – 27.02.2026 (4 Min)
Stand: 27.02.2026 08:53 Uhr
Heute wird es im Busverkehr in den kreisfreien Städten und auch in Südholstein zu Beeinträchtigungen kommen. Die Gewerkschaft ver.di hat zu weiteren Warnstreiks aufgerufen.
Das betrifft Busunternehmen in Kiel, Neumünster, Lübeck und Flensburg. Ver.di hat auch die Mitarbeitenden der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein zu einem 48-stündigen Warnstreik aufgerufen. Hintergrund sind gescheiterte Verhandlungsgespräche am Donnerstagnachmittag.
Ausfälle bei den VHH von Freitagmorgen bis Sonntagmorgen
In Südholstein sind die Busse der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) von Streiks betroffen – hier sollen die Busse seit dem heutigen Dienstbeginn um drei Uhr bis Sonntagmorgen um 3 Uhr in den Depots bleiben. Auch bei der Hamburger Hochbahn ruft die Gewerkschaft zu einem 48-stündigen Warnstreik auf: Die Hochbahn geht davon aus, dass keine Busse und U-Bahnen fahren werden.

Ver.di bestreikt bundesweit den ÖPNV. In Norddeutschland sind Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen betroffen, Niedersachsen nicht.
24 Stunden Ausstand in kreisfreien Städten

Am KVG-Betriebshof in der Werftstraße in Kiel bleiben die Busse im Depot.
In Kiel, Neumünster, Lübeck und Flensburg hat der Warnstreik nach Angaben von ver.di Nord heute mit dem Frühdienst begonnen und endet mit Dienstschluss. Betroffen sind die kommunalen Busunternehmen, die unter den Tarifvertrag TV-N fallen. Das sind in Schleswig-Holstein die KVG Kiel, die Stadtwerke Lübeck Mobil, der SWN Stadtverkehr in Neumünster sowie das Unternehmen Aktiv Bus in Flensburg. Die Gewerkschaft geht davon aus, dass kaum Busse fahren.
Die Unternehmen selbst haben ebenfalls mitgeteilt, dass Fahrgäste mit massiven Auswirkungen rechnen sollen. So sollen die Busse der KVG in Kiel nach Angaben des Unternehmens heute in den Depots bleiben. In Neumünster geht eine Sprecherin der SWN ebenfalls davon aus, dass alle Fahrten ausfallen werden.
Besondere Situation in Flensburg und Lübeck
Etwas anders ist die Situation in Flensburg: Dort fallen einige Verbindungen weg, auf anderen Linien gibt es hingegen einen ausgedünnten Fahrplan. Teilweise fährt nur ein Bus pro Stunde. Das zuständige Busunternehmen hat dazu eine Liste veröffentlicht, mit den entsprechenden Linien. In Lübeck gilt: Die Busse der Stadtwerke Lübeck Mobil bleiben im Depot. Auch der On-Demand-Bus „Lümo“ fährt nicht, ebenso wenig die Priwall-Fähre. Nicht betroffen vom Streik sind nach Angaben der Stadtwerke die Busse der Lübeck-Travemünder-Verkehrsgesellschaft (LVG).

Die Gewerkschaft ver.di ruft bis Sonntagmorgen zu Streiks auf. Betroffen sind die U-Bahnen und Busse – auch viele Busse der VHH. Ein Überblick.
Angebot abgelehnt – Unverständnis bei Arbeitgebern
Nach Angaben des Kommunalen Arbeitgeberverbands Schleswig-Holstein (KAV) hat ver.di das Angebot in der dritten Verhandlungsrunde am Montag (23.2.) abgelehnt. Nach eigenen Angaben hatte der Arbeitgeberverband ein verbessertes Angebot vorgelegt. Ver.di bewertete dieses als nicht ausreichend, heißt es.
Wir haben kein Verständnis für die Ablehnung. Wir sind der Gewerkschaft sehr deutlich entgegengekommen. ver.di hält jedoch an seinen Maximalforderungen fest und verhindert damit eine Einigung.
Jan Jacobsen, Geschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Schleswig-Holstein
Ver.di will Jahressonderzahlung und „Einspringprämie“
Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Jahressonderzahlung in voller Höhe eines Monatsgehalts. Zudem verlangt ver.di neben weiterer Zuschläge einen Nachtzuschlag für Arbeit zwischen 20.00 Uhr und 6.00 Uhr morgens, die Einführung eines Urlaubsgeldes, sowie Einspringprämien für kurzfristige Dienstplanänderungen. „Wir haben inzwischen drei Verhandlungsrunden mit den Arbeitgebern geführt und auch einen Streiktag hinter uns gebracht. Das hat noch nicht gereicht, um zu einem Ergebnis zu kommen“, meint ver.di-Nord-Verhandlungsführer Sascha Bähring. Der nächste Verhandlungstermin ist am kommenden Sonntag geplant.

5,8 Prozent mehr Gehalt: Niedersachsens Finanzminister sieht in der Tarifeinigung eine hohe Wertschätzung der Beschäftigten. Laut ver.di Nord ist es ein hart erkämpfter Kompromiss.

Zahlreiche Busse fielen am Mittwoch aus. Die Auswirkungen des Warnstreiks waren bis in die Hamburger Innenstadt zu spüren.

Gewerkschaften hatte im öffentlichen Dienst wieder zu Streiks aufgerufen. In Kiel und Lübeck fielen geplante Operationen an UKSH aus.