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Berlin – Deutschlands Jobkrise hat ein Preisschild – und zwar für jeden von uns! Im Februar waren 3,07 Millionen Menschen arbeitslos – 81.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,5 Prozent. Von der üblichen Frühjahrsbelebung keine Spur. Jetzt zeigt eine Berechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), wie teuer das für die Volkswirtschaft wirklich ist! Dort rechnet man mittlerweile mit ganzen 50.000 Euro pro Arbeitslosen an Wertschöpfungsverlust!
Die Zahl ist ein Durchschnittswert. Grundlage ist der Lohn, den Arbeitslose im Schnitt bei einer neuen Stelle erzielen könnten. Über dessen Anteil an der gesamten Wirtschaftsleistung ergibt sich ein rechnerischer Verlust von rund 45.000 Euro pro Person für das Jahr 2024. Rechnet man die gestiegenen Löhne und Preise der vergangenen Jahre ein, liegt der Wert heute bei knapp 50.000 Euro pro Jahr, so der Top-Arbeitsmarktexperte Prof. Enzo Weber vom IAB zu BILD.
Weber rechnet konkret vor: 81.000 zusätzliche Arbeitslose im Vergleich zum Vorjahr bedeuten damit ganz konkret rund vier Milliarden Euro weniger an jährlicher Wertschöpfung für Deutschland!
Über 3 Millionen Arbeitslose: Einbruch in der Industrie, Wachstum beim Staat
Quelle: BILD27.02.2026
Mehr zum ThemaIndustrie verliert – Strukturwandel nimmt Fahrt auf
Besonders brisant ist der Blick auf die Industrie. Im Verarbeitenden Gewerbe sind binnen eines Jahres 180.000 Stellen weggefallen. Aktuell verliert die Industrie rund 15.000 Jobs pro Monat.
IAB-Experte Enzo Weber warnt: „Durch eine Deindustrialisierung würde viel Wertschöpfung verloren gehen, und die Industrie fragt auch viele Dienstleistungen nach.“
Gleichzeitig entstehen neue Jobs vor allem im öffentlichen Dienst sowie in Gesundheits-, Pflege- und Erziehungsberufen. Deutsche-Bank-Ökonom Marc Schattenberg spricht von einem „starken Strukturwandel in der Beschäftigung“.
Weber betont: „Pflege, Gesundheit und Erziehung sind Jobmotoren mit großem gesellschaftlichen Wert.“ Entscheidend sei jedoch, technisch gut ausgebildete Fachkräfte in neue industrielle Zukunftsbereiche weiterzuentwickeln. „Wir müssen ihre Potenziale nutzen, bevor sie in der Langzeitarbeitslosigkeit oder Frührente verloren gehen. Dann kann Deutschland auch wieder Industrieland Nr. 1 werden.“