
AUDIO: Das erwartet uns bei der Hamburger Tanztriennale 2026 (3 Min)
Stand: 28.02.2026 12:23 Uhr
Eine Woche Tanz mitten im Juni in ganz Hamburg. Nun wurde das heiß erwartete Programm der neuen Tanztriennale in einer Skaterhalle vorgestellt.
Kultursenator Carsten Brosda will zwar nicht unbedingt selbst mittanzen, er nennt sich einen Tanzmuffel, aber „ich werde mich sicherlich bewegen lassen als jemand, der sehr bewegt sein wird von dem Programm“, sagt der Chef der Kulturbehörde. „Tanz und ich sind nicht das beste Match, aber es ist eine großartige Chance für Hamburg, die vielfältigen Angebote, die ja global strahlen mit Kampnagel, dem Hamburg Ballett und die vitale freie Szene mal zusammenzubringen, um zu zeigen, was Tanz alles kann. Ich glaube, die Woche wird unfassbar inspirierend werden.“
Ganz Hamburg soll eine Woche im Juni in Bewegung versetzt werden und Impulse in die internationale Tanzwelt senden. Die Tanztriennale steht unter dem englischsprachigen Motto: „Brave Moves. Courageous Joy“ und ist gar nicht so leicht zu übersetzen. Vielleicht mit: „Mutige Bewegungen, mutige Freude“? „‚Brave‘ ist normalerweise mehr spontan, dass man in etwas springt“, erklärt die US-Amerikanerin Monica Gillette, eine der beiden Leiterinnen der Tanztriennale. „‚Courageous‘ ist dagegen mehr langfristig, mehr mit zukünftigen Visionen.“
Reichhaltiges „Tanztriennale“-Programm: International und lokal
Wer schon mal am Rand einer Tanzfläche in einem Club oder einer Disco stand und sich nicht traute, spontan zum Lieblingssong loszutanzen, weiß, dass „brave“ immer dazu gehört. „Hundert Prozent! Wir laden alle ein – niemand ist allein“, meint die aus Los Angeles stammende Monica Gillette und ihre Kollegin Gwen Hsin-Yi Chang aus Taipeh fügt an: „Ich finde, Mut und Freude ist auch immer im Tanz, ich denke auch, das ist wichtig für die Menschen, sich selbst zu ermutigen.“
Beide Frauen haben ein reichhaltiges Programm zusammengestellt, das beides ist: international und lokal. „In unserem Programm gibt es so viel Diversität der Tanzkulturen, und die sprechen von sich selbst, von den Körpern. Das ist genau der Punkt, wieso Tanz wichtig ist“, so Gwen Hsin-Yi Chang. Neben Ensembles aus Frankreich, aus Taiwan und Angola werden Choreografinnen aus Hamburg ihre Arbeiten zeigen, wie etwa die Choreografin Regina Rossi. Die lokale freie Szene wird einen großen Auftritt haben.

Kampnagel ist ein weltweit bekanntes internationales Produktionshaus. Hier werden neben zeitgenössischen Künsten auch Konzerte präsentiert.
Ein „Leuchtturm“, der bundesweit ausstrahlt
Kampnagel, das choreographische Zentrum K3 und das Hamburg Ballett haben sich im Vorfeld eng vernetzt. Einer von vielen Gründen für die Kulturstiftung des Bundes, Hamburg den Zuschlag für dieses Fest des Tanzes zu geben. „Das Programm der Tanztriennale sagt es ja: Das ist ein sehr internationales Programm mit sehr diversen Perspektiven, die zusammenkommen“, sagt Katarzyna Wielga-Skolimowska von der Kulturstiftung des Bundes. „Tanz kann Brücken bauen und Tanz kann aber auch Battles. Sie können sich im Tanz auch ganz gut miteinander auseinandersetzen – wir brauchen beides.“
Die Vernanstaltung ist ein „Leuchtturm“, der bundesweit ausstrahlt, denn die Kulturstiftung des Bundes fördert die Tanztriennale mit 950.000 Euro. Die Hamburger Kulturbehörde gibt nochmals 600.000 Euro dazu. „Alles soll dabei sein“, sagt Carsten Brosda, „vom Ballettsaal bis zum Rathausmarkt. Es gibt eine große Parade zum Anfang, das wird man in der Stadt spüren, dass dann die Tanztriennale ist, und das soll auch so sein.“ Hier soll es also um mehr gehen als um Spitzentanz, um Bühnenereignisse, die das Publikum nur konsumiert: Die Menschen aus Hamburg sollen animiert werden, selbst mitzutanzen.
Auftakt mit einem Großevent
Und das ist auch neu: Ballett, Hip-Hop sowie traditionelle Tanzformen verschmelzen, „weil wir das in der Stadt und in unserem Leben spüren können, warum Tanz so wunderbar und schön ist. Es gehört allen,“ freut sich Monica Gillette. Los geht es mit einem Großevent: der City-Parade in Barmbek-Nord und großer Tanzparty im Stadtpark. Bei einer Performance aus Taiwan steht das normale Gehen im Zentrum. Und im iPunkt Skateland an der Spaldingstraße wird ein belgischer Choreograf Breakdance und Skateboards zusammenbringen. Zudem wird der Rathausmarkt zu einer riesigen Tanzbühne der Demokratie.


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