Der britische Personaldienstleister Hays hat am Freitag den sofortigen Abgang von CEO Dirk Hahn bekanntgegeben und seine Dividende um 84 % gekürzt. Hintergrund sind ein schwieriger Arbeitsmarkt sowie wirtschaftliche und politische Unsicherheiten, die den Halbjahresgewinn belasteten und die Aktie um 6 % fallen ließen.   

Hahn tritt nach knapp zweieinhalb Jahren an der Spitze des Unternehmens aus persönlichen Gründen mit sofortiger Wirkung zurück. Im November 2025 hatte er sich kurzzeitig aus medizinischen Gründen beurlauben lassen und war im Januar dieses Jahres zurückgekehrt. 

Seine Nachfolge übernimmt übergangsweise der Chief Digital and Technology Officer Mark Dearnley.

Hays meldete am Freitag für das erste Halbjahr einen rückläufigen Nettogebührenertrag auf vergleichbarer Basis um 9 % und machte dafür wirtschaftliche und politische Unsicherheiten verantwortlich, die zu einer langsameren Festanstellung und einer schwächeren Kundennachfrage führten.

Vor seiner Ernennung zum CEO leitete Hahn die Expansion von Hays in Deutschland, das inzwischen 33 % der Nettogebühren des Unternehmens ausmacht.

Der 57-jährige Deutsche hatte im September 2023 Alistair Cox als CEO abgelöst, um das Unternehmen in einer Phase zu führen, in der die Einstellungsaktivität rückläufig war und Kandidaten zunehmend zögerten, den Job zu wechseln. 

„Während seiner Amtszeit zeigte er herausragende Führungsqualitäten, insbesondere beim Aufbau unseres Deutschland-Geschäfts und der Neuausrichtung der Hays-Strategie“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Mark Findlay in einer Mitteilung. 

Die Hays-Aktie hat sich während Hahns Amtszeit mehr als halbiert, was im Einklang mit der Entwicklung der Wettbewerber in diesem Zeitraum steht.

Das Unternehmen verzeichnete für die sechs Monate bis zum 31. Dezember 2025 einen operativen Gewinn vor Sondereinflüssen von 20,1 Millionen Pfund (27,07 Millionen US-Dollar), verglichen mit 25,5 Millionen Pfund im Vorjahreszeitraum.    

Das deutsche Segment des Konzerns leidet weiterhin unter einem schwachen Arbeitsmarkt und steigender Arbeitslosigkeit. Öffentliche und private Unternehmen in Deutschland haben die durchschnittliche Arbeitszeit reduziert, um Kosten zu sparen, was die Einnahmen aus Zeitarbeit und Vertragsgeschäften bei Hays belastet.

Die Dividende wurde von 0,95 Pence auf 0,15 Pence für den Berichtszeitraum gesenkt.

(1 US-Dollar = 0,7424 Pfund)