SSV Germania – Cronenberger SC 1:2 (0:0). Vor etwa 150 Zuschauern auf dem Freudenberg gewannen die jungen Wilden des CSC das Derby trotz eines 0:1-Rückstands. Eine Woche nach dem 1:0-Sieg gegen den TSV Ronsdorf unterstrichen die Cronenberger ihre Derbytauglichkeit – im achten Bezirksliga-Derby der laufenden Saison war das bereits der fünfte Sieg.

Für den SSV Germania hingegen verlief der Nachmittag nicht nur wegen des Zustandekommens der knappen Niederlage extrem bitter. Weil die Konkurrenten im Tabellenkeller allesamt punkteten, schmolz der Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz auf einen Zähler. Zu allem Überfluss mussten Eren Özkan und Hazim Dezic verletzungsbedingt frühzeitig vom Feld. Während Özkan mit Muskelverletzung nicht mehr weiterspielen konnte, schmerzte bei Stoßstürmer Dezic die Schulter, auf die er kurz vor der Pause im Strafraum gefallen war.

Dezic hatte mit Sturmkollege Benedikt Steven die Cronenberger Defensive vor Probleme gestellt. In dem von vielen Mittelfeldzweikämpfen geprägten Derby hätten die Hausherren zur Pause aufgrund des Chancenübergewichts eine Führung verdient gehabt, doch weder Dezic (22.), noch Steven (34. und 38.) konnten die Kugel im Tor unterbringen, was auch mit den starken Reaktionen von CSC-Keeper Yannik Radojewski zu tun hatte. Auf der Gegenseite war eine Direktabnahme über das Tor von Aldin Hamidovic (36.) die einzig nennenswerte Cronenberger Offensivaktion. Kurz nach der Pause gingen die Germanen unter Mithilfe der Gäste in Führung, als der 18-Jährige Rene Winter die Kugel unglücklich per Kopf ins eigene Tor beförderte. Vieles sprach jetzt für das Bayzit-Team, zumal Mersad Alijevic und Alkan Sahingöz gegen die Cronenberger Angriffe kompromisslos verteidigten. Beide waren nach einer Stunde aber genauso machtlos wie Torhüter Noah Bogun, der das 1:1 von Luis Rosenecker aus kurzer Distanz nicht verhindern konnte. Den überraschenden Ausgleich hatten die Germanen nach einem Ballverlust in der eigenen Hälfte hergeschenkt.
Weil beide Teams auf drei Punkte gingen, entwickelte sich eine abwechslungsreiche Schlussphase. Der eingewechselte Daniel Lopez de la Rosa spielte flach in die Mitte, wo Joker Dominik Schäfer (84.) den Fuß hinhielt und auf 2:1 stellte. Der Frust bei den Hausherren saß vor allem tief, weil der Unparteiische Sekunden zuvor im Mittelfeld aus ihrer Sicht ein Foul übersehen hatte. In der Nachspielzeit flogen noch mehrfach lange Bälle in den CSC-Strafraum, die die Gäste jedoch leidenschaftlich verteidigen konnten.

„Je länger ein Spiel dauert, desto besser ist das für uns. Wir haben mit unseren jungen Spielern einfach mehr im Tank gehabt“, sagte CSC-Coach Samir El Hajjaj. Germania-Trainer Ünsal Bayzit meinte: „Ich kann meiner Mannschaft mit Ausnahme der Chancenverwertung nichts vorwerfen. Die Jungs haben alles gegeben – nur so können wir die Klasse halten.“

SC Viktoria Rott – DV Solingen II 1:3 (0:2). Dass es gegen das Tabellenschlusslicht DV Solingen II, das häufig mit Akteuren aus dem Landesliga-Kader bestückt wird, nicht einfach werden würde, war SC-Coach Yousef Hidroj im Vorfeld klar gewesen. Am Ende musste sich das junge Team des SC Viktoria Rott mit 1:3 geschlagen geben und steht nach den überraschenden Ergebnissen des Wochenendes wieder mitten im Abstiegskampf. „Es fehlt an Leidenschaft und Ehrgeiz – ich habe das Gefühl, dass viele nicht begriffen haben, dass wir um den Klassenerhalt kämpfen“, sagte Hidroj und wollte trotz des jungen Durchschnittsalters seiner Mannschaft die Situation nicht schönreden. Das kleine Punktepolster sei dahin, jede Woche warte nun ein Endspiel auf die Mannschaft, so Hidroj weiter. Nach einem Missverständnis in der Defensive der Gastgeber hatte Vladislav Balakai bereits in der 7. Minute wenig Mühe, um auf 1:0 für die Solinger zu stellen. Eyüp Özgede erhöhte nach 70 Minuten auf 2:0. Zwar konnte Nermin Hadzic nach einer Standardsituation zwei Minuten später verkürzen, doch Gabriel Pemba sorgte in der Schlussminute für den Auswärtsdreier der Solinger, die trotz des Sieges weiter am Tabellenende stehen.

TSV Ronsdorf – SV Rot-Weiß Wülfrath 1:1 (0:1). Das Aufeinandertreffen der Tabellennachbarn TSV Ronsdorf und SV Rot-Weiß Wülfrath endete, wie schon das Hinspiel, mit einem Remis. Bereits im September hatten sich beide Mannschaften 2:2 getrennt. In der Vorwoche konnten die Kalkstädter in einem wahren Krimi gegen den Tabellenführer SV Solingen ein 5:5 erzielen, während die Zebras im Derby dem Cronenberger SC 0:1 unterlagen. Das Team von Denis Levering besaß wesentlich mehr Spielanteile, sah sich aber nach 22 Minuten in Rückstand, nachdem es im Ronsdorfer Strafraum einen indirekten Freistoß gegeben hatte. Zwei Abschlüsse von Habib Camara verpufften und die Zeit lief den Zebras, die erneut auf viele Spieler verzichten mussten, davon. Eine Minute vor dem Abpfiff rettete Heimkehrer Amos Tusevo nach einem Freistoß von Nico Fuchs den Ronsdorfern per Kopfballtor einen Punkt. In der vierten Minute der Nachspielzeit hätte Tusevo, der erst in der 60. Minute eingewechselt worden war, zum Helden werden können. Doch den Strafstoß nach Foul an Phil Ketzscher setzte er nur an die Latte.