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Riad – Als Vergeltung für den israelisch-amerikanischen Angriff überzieht der Iran den Mittleren Osten mit Raketen – und entzürnt damit den mächtigen Nachbarn Saudi-Arabien. Nach Angriffen gegen US-Stützpunkte im Königreich drohen die Saudis den Mullahs inzwischen offen mit Gegenschlägen.

Laut CNN hat Kronprinz Mohammed bin Salman (40) die königlichen Streitkräfte autorisiert, bei Bedarf gegen den Iran zurückzuschlagen. Die Saudis würden also direkt in den Krieg eingreifen. Bin Salman bezeichnete die iranischen Angriffsversuche auf den Osten des Landes und auf Riad als „feige“: Saudi-Arabien habe seinen eigenen Luftraum nicht für die Angriffe von Israel und den USA gegen Iran zur Verfügung gestellt. Die Führung in Teheran habe dies gewusst und Saudi-Arabien trotzdem angegriffen.

US-Medien: Saudi-Kronprinz sprach mit Donald Trump

Aber: Laut „Washington Post“ hat bin Salman in den vergangenen Wochen mehrfach privat mit Donald Trump telefoniert und soll dabei für einen US-Angriff geworben haben – obwohl er öffentlich eine diplomatische Lösung unterstützte. Laut „Axios“ sagte Verteidigungsminister Khalid bin Salman bei einem privaten Briefing in Washington: „Wenn Trump nicht zuschlägt, wird das Regime stärker.“

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Saudi-Arabien und der Iran sind seit Jahrzehnten erbitterte Rivalen im Nahen Osten. Die Saudis sehen einen starken Iran als Bedrohung für ihre Sicherheitsinteressen und ihre Stellung als Führungsmacht in der Region. Deshalb sucht bin Salman auch strategische Partnerschaften mit den USA und näherte sich in den vergangenen Jahren sogar Israel an. Bin Salman kann iranische Attacken auf Saudi-Arabien weder sicherheitspolitisch noch innenpolitisch stehen lassen. Das würde als Zeichen von Schwäche gegenüber dem Erzfeind Iran gelten und Zweifel an seiner Fähigkeit säen, Stabilität und Schutz des Königreichs zu garantieren – zentrale Pfeiler für seinen Machtanspruch.

Für Riad wäre ein Flächenbrand im Nahen Osten allerdings verheerend. Ein großer Krieg würde die Öl-Infrastruktur bedrohen, nach wie vor das wirtschaftliche Rückgrat der Saudis. Bin Salman setzt zudem auf Investoren, Reformen und Mega-Projekte wie die Fußball-WM 2036. All das setzt Stabilität in der Golf-Region voraus und macht einen Kriegseintritt für Saudi-Arabien unattraktiv. Ein schwieriger Spagat für den Kronprinzen.