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Berlin – In einer Neuköllner Moschee wurde dem islamischen Terrorregime im Iran gehuldigt– nicht zum ersten Mal. Der Einfluss Teherans auf die Gläubigen in Berlin ist groß.

Anhänger des iranischen Regimes kamen am Sonntag in der Imam-Riza-Moschee in Neukölln zusammen, um den Tod des Ajatollah Ali Chamenei zu beweinen. Chamenei, der Führer der islamischen  Diktatur im Iran, wurde beim Angriff der israelischen und amerikanischen Streitkräfte auf seinen Palast in Teheran am Wochenende getötet.

Es war nicht das erste Mal, dass in der Riza-Moschee dem iranischen Gottesstaat gehuldigt wurde. Eine ähnliche Ehrung erfuhr dort General Soleimani, der iranische Befehlshaber der „Quds-Brigade“, die den Krieg der Hamas und der Hisbollah gegen Israel lenkt. Soleimani wurde im Januar 2020 von US-Agenten im Irak getötet.

Gegen den Bau der Riza-Moschee wehrte sich im Jahr 2009 der damalige Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD). Er machte geltend, dass der Moscheeverein die Demokratie abschaffen und den Gottesstaat erzwingen wolle. Buschkowsky unterlag vor dem Verwaltungsgericht und musste die Baugenehmigung erteilen.

Später besuchte mein Kollege Konstantin Schreiber die Moschee und stellte ernüchtert fest, dort werde „die Demokratie und unsere Gesellschaft abgelehnt“. 

Wütender Protest: Exil-Iraner versammeln sich am Sonntag vor der Riza-Moschee in Neukölln, die eine Trauerfeier für Ajatollah Ali Chamenei ausrichtet

Wütender Protest: Exil-Iraner versammeln sich am Sonntag vor der Riza-Moschee in Neukölln, die eine Trauerfeier für Ajatollah Ali Chamenei ausrichtet

Foto: michael körner

Der Einfluss des iranischen Regimes auf unser Land wird nicht nur in Moscheen wie der Riza erkennbar, sondern auch beim sogenannten „Al-Quds-Marsch“, der jedes Jahr direkt nach dem Ramadan durch Berlin führt und aus Teheran gesteuert wird. Die Al-Quds-Marschierer fordern zur Eroberung der Welt durch den Islam auf und zum Sturm auf Jerusalem.

Aus Protest gegen die Trauerfeier für Ajatollah Chamenei zogen am Sonntag oppositionelle Exil-Iraner vor die Riza-Moschee. Sie verlangten, dass der Einfluss der Mullahs auf die Gläubigen in Berlin zurückgedrängt werden müsse.

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Anstrengungen in diese Richtung hat es erst wenige gegeben. Im Juli 2024 untersagte Bundesinnenministerin Faeser (SPD) dem Islamischen Zentrum Hamburg (IZH) und seinen Unterorganisationen die Tätigkeit. Das IZH habe im Auftrag des Iran den Aufbau eines islamischen Staates in Deutschland vorantreiben wollen, sagte sie zur Begründung. 

Im Zuge dieses Verbots wurde in Berlin das „Islamische Zentrum“ in der Tempelhofer Ordensmeisterstraße geschlossen. Dabei kann es nicht bleiben. Jede Art von Infiltration durch die Mullahs in Berlin muss endlich beendet werden.

Hat Gunnar Schupelius recht? Schreiben Sie an: gunnar.schupelius@axelspringer.de