TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

DFB und DFL machen bei der Reform des deutschen Fußballs ernst! Das Konzept für eine zusätzliche U21-Liga wurde in einer DFL-Expertengruppe um Jürgen Klopp erarbeitet und steht Dienstag bei der DFL-Mitgliederversammlung der 36 Erst- und Zweitligisten zur Abstimmung. Darüber hinaus gibt es jetzt einen neuen Geheimplan für den Nachwuchs…

So hat die DFL dem DFB nach BILD-Informationen angeboten, die Einsatzbeschränkungen für zweite Mannschaften zu verschärfen. Bundesliga-Reserven sollen in Zukunft statt als U23- nur noch als U21-Teams agieren dürfen. Statt drei Spielern, die bisher über 23 Jahre alt sein durften, soll es in Zukunft nur noch einen einzigen Profi pro Partie geben, der über 21 Jahre ist.

Ziel des DFB ist die Talentförderung

Das vordergründige Ziel von DFL und DFB ist, die Talentförderung für die Nationalmannschaft nachhaltig zu stärken. Außerdem will die DFL dem DFB damit bei einem besonders schwierigen Thema helfen.

Angebot ist an Regionalliga-Reform gebunden

Denn das Angebot ist an die vom DFB forcierte Regionalliga-Reform gebunden. DFB-Präsident Bernd Neuendorf und sein Geschäftsführer Spielbetrieb, Manuel Hartmann, stehen hinter dem sehr vielversprechenden Kompass-Modell für die Reduzierung der bisher fünf auf vier Staffeln in der 4. Liga. Damit soll durch die Verringerung von 90 auf 80 Regionalligisten eine Verdichtung der Qualität in dieser Spielklasse erreicht werden, aber auch die Ligen-Struktur für Klubs und Fans endlich wieder nachvollziehbar werden.

Meister sollen aufsteigen

59 Vereine deutschlandweit haben in der Initiative „Aufstiegsreform“ gefordert, dass endlich alle Regionalliga-Meister in die 3. Liga hochgehen müssen. Seit 2012 bleiben immer Staffelsieger unten hängen. 2019 wurde eine für viele völlig unfaire Regelung eingeführt, dass die Erstplatzierten aus Südwest und West immer aufsteigen dürfen, während die Meister aus Nord, Bayern und dem Osten nur alle drei Jahre dasselbe Recht genießen.

Mehr zum Thema

Problem: Die mächtigen Regionalverbandsbosse Peter Frymuth (69) vom Westdeutschen Fußballverband, Dr. Christoph Kern (42) als Präsident des Bayerischen Fußballverbands und Ralph-Uwe Schaffert (75) vom Norddeutschen Fußballverband blockieren die sehnsüchtig erwartete Reform. Sie unterhalten ihre eigene Regionalliga, wollen ihre Organisationsstrukturen nicht aufbrechen und torpedieren die historische Chance auf eine faire Lösung.

DFB-Vize-Boss Peter Frymuth (li.) arbeitet im Hintergrund gegen die sinnvolle Regionalliga-Reform, die DFB-Präsident Bernd Neuendorf (re.) befürwortet

DFB-Vize-Boss Peter Frymuth (li.) arbeitet im Hintergrund gegen die sinnvolle Regionalliga-Reform, die DFB-Präsident Bernd Neuendorf (re.) befürwortet

Foto: Arne Dedert/dpa

Wettbewerb in der Regionalliga soll sich ändern

Mit dem DFL-Angebot, den Altersschnitt der Reserveteams zu senken und die Einsätze von älteren Profis weiter zu beschränken, würde sich der Wettbewerb in der Regionalliga deutlich verändern. Die Bundesliga-Nachwuchsteams würden jünger und die bisher von Traditionsklubs bemängelte Wettbewerbsverzerrung geringer. Beispielsweise würde es für Kickers Offenbach einfacher werden, sich gegen Mainz 05 II oder Freiburg II durchzusetzen.

Auch Nord-Verbandsboss Ralph-Uwe Schaffert (li./neben Hannovers Martin Kind) ist DFB-Vize und arbeitet gegen die innovative Aufstiegsreform.

Auch Nord-Verbandsboss Ralph-Uwe Schaffert (li./neben Hannovers Martin Kind) ist DFB-Vize und arbeitet heimlich gegen die innovative Reform zum fairen Drittliga-Aufstieg

Foto: Darius Simka

DFL unterstützt den DFB

Gerade für die Regionalligisten im Westen, Südwesten, Norden und Bayern, die die meisten U23-Teams in den Staffeln haben, wird somit bei den letzten zweifelnden Klubs ein weiteres Argument geschaffen, sich für die sinnvolle Kompasslösung auszusprechen. Deshalb will die DFL, die ebenfalls in der Arbeitsgruppe Regionalliga vertreten ist, den DFB jetzt auch in dieser Frage unterstützen.