
Im Fall der Ermittlungen zu einem Angriff auf den Leiter der deutsch-arabischen Schule in Berlin-Neukölln gibt es Zweifel an der bisherigen Darstellung. Wegen des Verdachts der falschen Verdächtigung wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet gegen den Schulleiter Hudhaifa Al-Mashhadani, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage mitteilte. Parallel werde weiter wegen Körperverletzung zum Nachteil des Mannes ermittelt. Weitere Details nannte der Behördensprecher nicht. Zuvor hatte die „taz“ berichtet.
Ermittlungen seit November
Al-Mashhadani äußerte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur selbst nicht zu den Ermittlungen gegen ihn. „Er hat volles Vertrauen in die rechtsstaatlichen Verfahren sowie in die zuständigen Behörden, die den Sachverhalt prüfen“, teilte das Pressebüro der Deutsch-Arabischen Schule Ibn Khaldun e.V. mit.
Nach den Schilderungen von Schulleiter Al-Mashhadani war er am 14. November vormittags am Bahnsteig der U7 von einem Mann angegriffen und mit dem Tode bedroht worden. Nach einer entsprechenden Anzeige ermittelte der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz im Landeskriminalamt (LKA). Dafür wurde auch Videomaterial der Berliner Verkehrsbetriebe ausgewertet, weil sich der Vorfall nach Angaben von Al-Mashhadani am U-Bahnhof Rathaus Neukölln ereignet haben soll.
Schulleiter hatte in den Sozialen Medien über den Vorfall informiert
Der Schulleiter gilt als Kritiker islamistischer Netzwerke und setzt sich für einen arabisch-israelischen Austausch ein. Er machte den Vorfall seinerzeit unter anderem in sozialen Medien bekannt. Es gab Solidaritätsbekundungen aus der Politik, darunter von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU).
Sendung: rbb24, 03.03.2026