Gewässer haben es Andrea Puschl angetan. Lange Jahre leistete das Sommerhäuschen nahe der Alten Donau dabei gute Dienste. Doch in der Pension wollte sie mehr: komfortabler und wintertauglich Wohnen. „Trotzdem sollte das Hüttenfeeling nicht verloren gehen.“ Und: die „Hütte“ sollte nachhaltig sein.

Vorgaben, die Architekt Bruno Sandbichler und Angelo Ferrara von Caravan Atelier, der für Ausführung und Ökologie des Projektes verantwortlich war, umsetzten. „Das Gebäude wurde CO2-sparend zur Gänze aus Holz gebaut“, sagt Sandbichler. Die Wände in Holzriegelbauweise, die Decken aus Brettsperrholz, die Fassaden mit einer Verkleidung aus Lärchenholzlattung.

„Nur in den Sanitärräumen haben wir großformatiges Feinsteinzeug verwendet. Das Materialkonzept: möglichst wenig unterschiedliche Oberflächen“, verrät der Architekt. Darüber hinaus wurde mit Jute gedämmt und ein Lehm-Stroh-Gemisch als Estrich verwendet.

»Das Materialkonzept: möglichst wenig unterschiedliche Oberflächen.«

Bruno Sandbichler

Architekt

Eine Luftwärmepumpe in Kombination mit einer Fußbodenheizung sorgt dafür, dass es im Inneren auch an kühlen beziehungsweise kalten Tagen angenehm warm ist, den Strom liefert eine PC-Anlage.

„Unser gemeinsamer ökologischer Anspruch ist erfüllt: Das Gebäude ist ein Niedrigstenergiehaus“, freut sich Sandbichler. Der zurückhaltend wirkende Holzbau verbindet mit einer Raumhöhe von 2,95 Metern die Großzügigkeit von Gründerzeitwohnungen mit dem Charme eines Gartenhauses.

Im Erdgeschoß liegen Küche und Bad, eingerahmt von zwei Wohnzonen und vorgelagerten Terrassen. Einbauschränke unter der Treppe, die ins Obergeschoß führt, bieten Stauraum. Im Obergeschoß ist ein Schlafzimmer mit zwei Dachterrassen zu finden.

Blick ins überraschend großzügige Innere.

Blick ins überraschend großzügige Innere. Bruno Klomfar

„Die Terrassen gehen in unterschiedliche Himmelsrichtungen. Im Sommer sitze ich gerne auf der nordseitigen Terrasse, im Frühjahr und Herbst auf der anderen“, erzählt Puschl.

Hohe Fenster lassen Licht und Sonne in das 52 m2 große Haus, das beim Holzbaupreis wienwood 25 mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet wurde. „Und sie vergrößern den Wohnraum in den Garten – beziehungsweise holen sie diesen ins Innere herein.“

Das Haus vom „zweiten“ Gartenteil aus gesehen.

Das Haus vom „zweiten“ Gartenteil aus gesehen. Bruno Klomfar

Als durchaus herausfordernd bezeichnet Sandbichler im Nachhinein die räumlichen Gegebenheiten: „Das Grundstück ist schmal und lang, wir mussten daher die Breite zur Gänze ausnutzen“, beschreibt Sandbichler die Vorgaben.

Eines wollte er dabei keinesfalls: „Ich wollte vermeiden, dass das Grundstück durch das Haus geteilt wird“, so der Architekt. Das Gebäude wurde daher so auf dem Grundstück platziert, dass sich dadurch zwei annähernd quadratische Gärtchen ergaben, erklärt er.

Doch es gab noch eine andere Herausforderung: Auf der einen Seite habe man direkt an das Nachbargrundstück anbauen können, auf der anderen hingegen mussten zwei Meter Abstand eingehalten werden. „Da war mir wichtig, dass diese Fläche kein Gang, sondern ein Raum wird, der beide Teile des Gartens verbindet“, sagt Sandbichler.

»Ich bin im Sommer nur zum Blumen gießen in meine Wohnung gefahren.«

Andrea Puschl

Bauherrin

Das ist ihm gelungen. „Ich fühle mich hier großartig“, sagt Puschl, die den Sommer 2025 ausschließlich in ihrer neuen Bleibe verbrachte. „Ich bin nur zum Blumen gießen in meine Wohnung gefahren und erst Mitte Dezember dorthin zurückgezogen..“

Da sei es in der Gartensiedlung doch ein wenig einsam gewesen. Dennoch war sie auch im Winter gerne draußen, um nach dem Rechten zu sehen, am Wasser zu spazieren und die Ruhe zu genießen. Jetzt wird es aber wieder belebter – und Zeit für das Hüttenfeeling.

Zum Ort, zum Haus

Die Donaustadt ist mit 102,30 km2 Wiens größter Bezirk. Er entstand 1956 aus kleinen bäuerlichen Gemeinden und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Neben großen Wohnbauten und Stadtteilentwicklungen (Seestadt Aspern) birgt er Naherholungs- und Naturschutzgebiete wie die Alte Donau

Einfamilienhäuser kosten in guter Lage rund 4000 Euro/m2.

Haus P wurde beim Holzbaupreis wienwood 25 mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet