Der israelischen Nachrichtenseite „ynet“ zufolge stürzte eine iranische Rakete am Abend auf offenem Gelände ab. Diese Rakete löste demnach keinen Raketenalarm aus. Einwohner hatten zuvor aber eine Warnung vor einem Raketenangriff auf ihre Mobiltelefone bekommen. In diesen Nachrichten, die die iranischen Angriffe ankündigen, werden die Menschen aufgefordert, sich in Schutzräume zu begeben. Meistens gibt es wenige Minuten später dann Raketenalarm.
Wegen des Iran-Kriegs gibt es am Flughafen BER auch am Freitag nahezu keine Nahost-Flüge. Die Airlines haben 15 von 16 Starts und Landungen gestrichen, wie eine BER-Sprecherin auf Anfrage der dpa mitteilte. Betroffen sind die Destinationen Dubai, Doha, Beirut, Riad und Tel Aviv.
Ein Abflug am Freitagabend nach Dschidda ist bislang noch vorgesehen. In die saudi‑arabische Hafenstadt gab es bereits in der ganzen Woche Verbindungen. „Allen Passagieren mit Ziel Nahost empfehlen wir dringend: Prüfen Sie regelmäßig ihren Flugstatus bei der Airline“, schrieb die Sprecherin weiter.
Nach einem Fluchtaufruf für einen Großteil der Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut hat Israels Militär am Abend dort Angriffe begonnen. Die Armee habe „Hisbollah-Infrastruktur“ ins Visier genommen, teilte das israelische Militär mit. Einwohner berichteten von lauten Explosionen und aufsteigendem schwarzem Rauch nach einem Angriff in dem Viertel Haret Hreik. Auch aus anderen Gegenden der Stadt gab es Berichte über zerborstene Fensterscheiben aufgrund der heftigen Explosionen.
Israels Armee hatte die Bewohner mehrerer Gegenden, darunter Haret Hreik, am Nachmittag dazu aufgefordert, diese zu verlassen. Es war das erste Mal, dass das israelische Militär eine Warnung für ein Gebiet dieser Größe in der Gegend ausgab. Bisher bezogen sich derartige Aufrufe auf bestimmte Wohnhäuser oder deutlich kleinere Gebiete in den Vororten. Augenzeugen zufolge versuchten viele Menschen, panisch die Gegend zu verlassen.
Die betroffenen Viertel gelten als Hochburg der proiranischen Hisbollah-Miliz. Sie sind aber auch dicht besiedelte Wohngebiete.
Israel hat die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei als vereinbar mit dem Völkerrecht bezeichnet. Gemäß dem Völkerrecht könnten Kommandeure, „die während eines Krieges die Streitkräfte befehligen, legitime militärische Ziele darstellen“, erklärte der für die internationale Presse zuständige israelische Armeesprecher Nadav Shoshani am Donnerstag im Onlinedienst X.