Der Kreml hat vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eine Erklärung zu den „Doppelstandards“ gefordert, die bei der Verhängung von Sanktionen angewendet werden, nachdem die Organisation es versäumt hatte, Beschränkungen gegen die USA und Israel im Zusammenhang mit der Militärkampagne gegen den Iran zu verhängen, während sie jahrelange Sanktionen gegen russische Athleten aufrechterhielt.
In einer am 3. März veröffentlichten Erklärung rief das IOC die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen dazu auf, die Sicherheit der von den „jüngsten Konflikten“ betroffenen paralympischen Athleten zu gewährleisten.
Diese Aussage bezieht sich vermutlich auf die Angriffe der USA und Israels auf den Iran. Laut iranischen Quellen wurden bei den Angriffen Hunderte Zivilisten getötet, darunter mehr als 160 Schülerinnen in Minab.

Das Internationale Olympische Komitee hat die USA und Israel noch nicht mit Sanktionen belegt, wie es dies 2022 gegen Russland getan hat. Foto: Olympische Spiele
Kremlsprecher Dmitri Peskow verglich die aktuelle Reaktion des IOC mit derjenigen von 2022, als das IOC Russlands Militäreinsatz in der Ukraine als „schweren Verstoß gegen die olympische Waffenruhe“ verurteilte und die Sportverbände zu strengen Sanktionen aufrief. Mindestens 37 internationale Verbände schlossen daraufhin russische und belarussische Athleten von Wettkämpfen aus.
Peskow erklärte, die derzeit vom IOC vertretene neutrale Haltung sei angemessen, fragte aber, warum diese Position nicht gleichermaßen auf Russland und Belarus angewendet werde. Seiner Ansicht nach sei das IOC verpflichtet, diesen Unterschied zu erklären.
Die neue Stellungnahme des IOC rief auch Vergleiche mit dem Umgang der Organisation mit der Israel-Frage bei den Olympischen Sommerspielen 2024 hervor. Damals warf der Präsident des Palästinensischen Olympischen Komitees, Jibril Rajoub, dem IOC Doppelstandards vor, da es Russland weiterhin von der Teilnahme ausschloss, israelischen Athleten aber trotz Israels Militäroffensive im Gazastreifen, bei der Zehntausende Zivilisten getötet wurden, die Teilnahme erlaubte.
Trotz Kritik hat das IOC keine Beschränkungen für amerikanische oder israelische Athleten verhängt. Russische Athleten sind weiterhin von der Teilnahme an Mannschaftswettbewerben der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina ausgeschlossen. Lediglich 13 russische Athleten durften nach einem strengen Prüfverfahren unter neutraler Flagge im Einzel antreten.
Mehrere internationale Sportorganisationen haben kürzlich ihre Haltung angepasst. Das Internationale Paralympische Komitee erlaubte russischen und belarussischen Athleten erstmals seit 2014, bei den Paralympics unter ihren Nationalflaggen anzutreten, und sicherte ihnen gleichzeitig zu, sie „wie jede andere Nation“ zu behandeln.
Quelle: https://congluan.vn/nga-tai-sao-uy-ban-olympic-quoc-te-khong-trung-phat-my-va-israel-10332390.html