
Emma Aicher ist bei der Abfahrt in Val di Fassa hauchzart an ihrem vierten Weltcupsieg der Saison vorbeigeschrammt. Deshalb hat sie auch noch nicht die Führung in der Disziplinwertung übernommen.
Auf dem nicht sonderlich anspruchsvollen und nicht allzu langen Kurs in Italien musste sich Aicher mit nur 0,01 Sekunden der Lokalmatadorin Laura Pirovano geschlagen geben, die es zum ersten Mal in ihrer Profikarriere nach ganz oben aufs Podest schaffte. Auf den letzten Metern hatte Aicher die entscheidenden Millisekunden verloren. Ihr fehlte kurz vor der Ziellinie der nötige Speed, so büßte sie ihren Vorsprung doch noch ein und war einen Wimpernschlag langsamer als Pirovano.
Kleine Kristallkugel für Aicher zum Greifen nah
Durchaus ärgerlich für Aicher, aber der Wettkampf brachte sie schon ganz nah an ein anderes Ziel. Für ihren zweiten Platz erhielt die 22-Jährige 80 Weltcuppunkte und hat bei noch zwei ausstehenden Abfahrtsrennen (am Samstag nochmal in Val di Fassa um 10.45 Uhr und beim Weltcupfinale am 21.03. in Kvitfjell) beste Chancen auf die kleine Kristallkugel. Noch führt Lindsey Vonn, die sich vor und bei den Olympischen Spielen schwer verletzte, mit 400 Punkten, Aichers Rückstand beträgt aber nur noch 14 Zähler.
Und allzu viel Konkurrenz hat sie im Kampf um die Abfahrts-Krone nicht mehr. Pirovano liegt mit 336 Punkten auf Rang drei und hat schon ordentlich Rückstand, Sofia Goggia hat nach einem verkorksten Wettkampf am Freitag keine Chance mehr und musste abreißen lassen. Hinter Pirovano ist so Kira Weidle-Winkelmann die größte Kontrahentin ihrer DSV-Kollegin.
Weidle-Winkelmann ebenfalls ganz stark
Auch die 30-Jährige trumpfte in Val di Fassa auf. Mit Startnummer sieben übernahm sie zunächst die Führung und jubelte im Ziel – in der Leaderbox durfte sie aber nur ganz kurz bleiben, weil unmittelbar nach ihr Pirovano ihre Siegesfahrt in den Schnee zauberte. 0,32 Sekunden langsamer war Weidle-Winkelmann vor ihr gefahren und danach folgte mit Olympiasiegerin Breezy Johnson (+0,29 Sekunden) nur noch eine Athletin, die schneller war.
Kira Weidle-Winkelmann aus Deutschlands jubelt im Zielbereich
Als Vierte verpasste Weidle-Winkelmann das Podium knapp, aber holte 50 Punkte im Weltcup. Insgesamt kommt sie so auf 306 Zähler und hat auf Aicher einen Rückstand von 80 Punkten. Für einen deutschen Sieg hat es am Samstag in Val di Fassa nicht gereicht, der Weg zur kleinen Kristallkugel ist aber trotzdem nahezu frei. Theoretisch könnte Aicher, die im Gesamtweltcup Rang zwei übernommen und noch 139 Punkte hinter Mikaela Schiffrin liegt, die am Samstag schon mit einem Sieg und einem bestenfalls fünften Platz von Pirovano gewinnen.
