Vorfall in Aachen

Busfahrer beleidigt Mann rassistisch – Zeugin greift ein

06.03.2026 – 13:31 UhrLesedauer: 3 Min.

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Aseag-Bus in Aachen (Archivbild): Am Bushof kam es zu einer Auseinandersetzung. (Quelle: IMAGO/Hans-Jürgen Serwe)

Ein Linienbusfahrer beleidigt einen Mann in Aachen rassistisch. Eine Zeugin konfrontiert ihn und filmt das Geschehen. Das Busunternehmen will den Fall aufarbeiten.

Am Montagmittag hat sich am Aachener Bushof in der Buslinie 65 der Aseag ein rassistischer Vorfall ereignet. Wie aus einem Instagram-Beitrag einer Zeugin hervorgeht, kam es zu einem Streit zwischen einem Busfahrer und einem Mann. Das entsprechende Video haben mittlerweile fast 30.000 Menschen gesehen, Bild und Stimmen wurden verzerrt.

Die Frau schildert die Situation in dem Beitrag folgendermaßen: Ein Mann habe es nicht rechtzeitig zum Bus geschafft und mit der Hand gegen die Scheibe des anfahrenden Busses geschlagen. Dabei habe er auch den Busfahrer beleidigt. Dieser habe mit Schimpfwörtern und dem Satz „Sieh zu, dass du dahin gehst, wo du herkommst“ geantwortet.

Nach eigenen Angaben konfrontierte die Zeugin den Busfahrer zehn Minuten später, wie auch in dem Video zu sehen ist. „Was für Asoziale – und immer Leute, die nicht von hier sind. Seltsam, sehr seltsam. Zufall, Ausnahmen“, hört man den Busfahrer anfangs sagen. Die Zeugin fragt nach dem Namen des Busfahrers. Dieser entgegnet, der gehe sie „einen Scheißdreck an“. Als diese weiter nachhakt und ihn mehrfach darauf hinweist, dass seine Äußerung rassistisch sei, droht er ihr mit der Polizei und dem Rausschmiss aus dem Bus.

Der Busfahrer sagt, ihm sei es egal, was sie von seinen Worten halte. Außerdem habe der Mann ihn doch zuerst beleidigt. „Heißt das, der darf das und ich darf das nicht?“, so der Busfahrer weiter. Die Zeugin entgegnet, dass es einen Unterschied bei Beleidigungen gebe: „Sie können doch zurück beleidigen, aber nicht rassistisch.“ Mit seiner Aussage diskriminiere der Busfahrer auch sie – sie selbst hat sri-lankische Wurzeln.

Der Busfahrer bezeichnet ihre Aussagen als „lächerlich“ und meint, dass es ihr Problem sei, wenn sie sich angegriffen fühlt. „Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung stechen diese Leute ganz besonders raus“, behauptet der Busfahrer. Weitere Erklärungsversuche der Frau scheitern. Sie kündigt an, den Fall zu melden.

In ihrem Beitrag schreibt die Zeugin weiter: „Fehlverhalten soll nicht geduldet werden. In einer Diskussion jedoch, einen Menschen auf die (vermeintliche) Herkunft oder Wurzeln zu degradieren, ist das Unterste an menschlichem Niveau.“ Für sie und viele Mitmenschen seien derartige Situationen Alltag. „Sie passieren tagsüber, wenn viele Menschen dabei sind und wir sind komplett der Situation ausgeliefert und in Schockstarre“, schreibt sie. Die Frau hofft, dass ihr Post andere dazu ermutige, „nicht einfach wegzusehen“.