„Am 5. März gehe ich nicht zur Schule. Ich streike gegen die Wehrpflicht. Und du?” So steht es in großen Buchstaben auf den Flyern, die das Bündnis „Nein zur Wehrpflicht” aus Wuppertal am Donnerstagmittag vor dem Hauptbahnhof verteilt. Die Botschaft ist eindeutig, das Thema aktueller denn je. Fragen gibt es viele: Kommt die Wehrpflicht oder reichen die, die sich freiwillig melden? Kann man den Dienst an der Waffe verweigern? Wie realistisch ist ein Kriegsszenario in unserem Land?

Die Wuppertalerin Angelina ist Teil des Bündnisses „Nein zur Wehrpflicht”. Sie positioniert sich klar gegen die drohende Wehrpflicht. „In Wuppertal sind wir hier seit einem Jahr aktiv und beobachten die Entwicklungen mit großer Sorge. Ich persönlich denke in Richtung eines drohenden Weltkriegs. Wir bekommen mit, dass sich viele junge Menschen Sorgen um ihre Zukunft machen. Vielen fehlt die Perspektive. Viele wissen nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Wenn noch eine Wehrpflicht hinzukommt, macht es die Aussichten nicht besser.”

Schülerinnen und Schüler
fühlen sich im Stich gelassen

Mathilda (16) und Norin (16) sind Waldorfschüler und dem Aufruf zur Protestaktion gefolgt. Norin erklärt seine Beweggründe: „Ich habe keine Lust darauf, für ein Land zu kämpfen, das es nicht hinbekommt, unsere Schule zu unterstützen. Unsere Eltern müssen unsere Schulbildung bezahlen, vom Staat kommt wenig.” Mathilda pflichtet ihm bei: „Ich habe Freunde, die das Thema aktuell betrifft. Sie haben Post bekommen und keine Lust, für Deutschland zu kämpfen. Für mich kommt hinzu, dass ich mein Schulgeld selbst zahle, und das wird ständig teurer. Irgendwann kann ich mir das nicht mehr leisten und da sehe ich es nicht ein, für mein Land zu kämpfen.”

Wie in vielen deutschen Städten zog das Bündnis „Nein zur Wehrpflicht” kollektiv durch die Wuppertaler Innenstadt. Weitere Aktionen sind in Planung.