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Das ganze Wochenende wälzt sich eine riesige Staubwolke über Deutschland: Wetterphänomen roter Sahara-Staub!
Diese Staubwolke beinhaltet rund 230.000 Kubikmeter Sand aus Afrika – mindestens. Umgerechnet sind das rund 368 Millionen Kilogramm. Anders ausgedrückt: Eine riesige Wanderdüne vom Ausmaß eines zehnstöckigen Gebäudes liegt in der Luft und bestimmt unser Wetter am Wochenende mit.
Das hat Wetterexperte Dr. Karsten Brandt ausgerechnet. Er zu BILD: „Wir haben dabei 1 Gramm Staub pro Kubikmeter Luft zugrunde gelegt. Herausgekommen ist die gewaltige Summe.“ Brandt weiter: „Das ist natürlich ein Wert für einen einzigen Augenblick. Wetter ist dynamisch, das kann sich schnell ändern. Positiv und negativ.“
So schreitet die Sahara-Staubwolke voran
Im Westen legte der Saharastaub schon los, am Sonnabend und Sonntag wird der Rest des Landes erreicht.

Der Sahara-Staub wälzt sich seit Freitag von West nach Ost über Deutschland
Foto: Meteored
Meteorologe Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst zu BILD: „Der Staub weht in bis zu fünf Kilometern Höhe. Diesmal ist das Phänomen kräftig ausgeprägt. In dieser Form haben wir es nur zwei- bis dreimal pro Jahr.“

Der Saharastaub über München
Foto: Robert Gongoll
Diplom-Meteorologe Dominik Jung erklärt: „Solche Staubtransporte treten besonders im Frühling relativ häufig auf, weil dann warme Luft aus Nordafrika immer wieder weit nach Europa geführt wird.“ Der Staub gelangt durch heftige Winde am Rand von Mittelmeer-Tiefs zuvor in große Höhen. Von da aus geht es Richtung Norden.
EXPERTEN IN DIESEM TEXT
Dr. Karsten Brandt (52) promovierte an der Universität Duisburg-Essen im Bereich der Klimatologie zum Doktor der Naturwissenschaften (Dr. rer. nat.). Er verfasste mehrere Bücher zum Thema Wetter und ist außerdem Gründer und Geschäftsführer des Portals Donnerwetter.de.
Dominik Jung (48) hat an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Meteorologie studiert. Der Diplom-Meteorologe ist Buchautor und Geschäftsführer des Wetterdienstes Q.met, der auch das Wetterportal wetter.net betreibt. Zudem ist er zum Thema Wetter Moderator und Fachbuchautor.
Christian Herold (42) ist Diplom-Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Seit dem Studium an der Universität Leipzig arbeitet er dort.
So wird das Wetter am Wochenende
Das angekündigte schöne Wetter mit viel Sonne am Wochenende mit Temperaturen bis zu 21 Grad, beeinträchtigt der Sahara-Staub zum Glück kaum. Es bleibt am Samstag und Sonntag erhalten. „Nur der Himmel scheint oft milchig-weiß statt strahlend blau“, sagt Herold zu BILD. Bei Sonnenaufgang und -untergang können besonders intensive Farben entstehen.
Am Wochenende weiterhin ein Thema ist die Pollenbelastung der Luft. Sie kommt zum Saharastaub noch hinzu.
Foto: BILD
Wie lange der Saharastaub bleibt
Voraussichtlich ist der Saharastaub spätestens am kommenden Mittwoch wieder weg. Karsten Brandt zu BILD: „Und zwar ausgewaschen von leichtem Regen.“ Wichtig: Dann bloß keine Wäsche raushängen! Und auch den Frühjahrsputz von Auto oder Terrasse sollte man lieber verschieben. Sonst muss man doppelt arbeiten.
