
Seit Sonntag wissen die Kölner Haie wieder, wie sich zwei Niederlagen in Serie anfühlen. Die 0:1 (0:1, 0:0, 0:0)-Heimschlappe gegen die Eisbären Berlin markierte das dritte punktlose Wochenende der Domstädter in dieser Spielzeit. Das letzte lag im November schon weit zurück. Jetzt bleiben ihnen noch zwei Spiele für einen Rekord.
Nach der 1:5-Schlappe in Mannheim am Freitag ging die Rekordjagd der Haie im Heimspiel gegen die Eisbären in die nächste Runde. Mit 116 Hauptrunden-Punkten nach 52 Partien sollte die Bestmarke der Adler Mannheim von 2019 am 50. Spieltag eingestellt werden. Die Berliner ihrerseits haben die direkte Playoff-Qualifikation noch nicht sicher und sicherten sich dafür in Köln drei ganz wichtige Punkte.
Kölner können frühes Überzahlspiel nicht nutzen
Der Start war aus Kölner Sicht zunächst verheißungsvoll, weil die Gäste bereits nach 27 Sekunden die erste Strafzeit kassierten, in der es den Kölnern allerdings vor mit 18.600 Zuschauern ausverkaufter Heimkulisse nicht gelang, sich in Überzahl gefährlich im Angriffsdrittel in Szene zu setzen. Die Anfangsphase gehörte trotzdem den Hausherren, und in der 13. Minute hatten sie auch die erste Großchance, als Valtteri Kemiläinen vor dem Tor Kevin Niedenz bediente, der den Berliner Keeper Jonas Stettmer nicht überwinden konnte.
Nach der vergebenen Chance bremsten die Kölner ihre Offensivbemühungen durch eine unnötige Strafzeit etwas aus, weil sie mit einem Mann zu viel auf dem Eis waren (14. Minute). In Unterzahl ließen sie hinten nichts anbrennen und hatten durch Juhani Tyrväinen bei einem schnellen Gegenstoß sogar erneut die Chance zur Führung – er schob die Scheibe knapp am Kasten vorbei.
Andreas Eder veredelt schöne Kombination über Veilleux und Vikingstad
Den ersten Treffer der Partie erzielten kurz vor Drittelende die Gäste. Yannick Veilleux kreuzte mit Puck hinter dem Kölner Tor, brachte Markus Vikingstad ins Spiel, der per Rückhand Andreas Eder am langen Pfosten bediente. Von dessen Schläger flog die Scheibe zur Berliner Führung ins Netz (19.). Ty Ronning hätte in der Schlussminute noch erhöhen können, scheiterte jedoch an Haie-Keeper Janne Juvonen.
Dieses Duell war auch im zweiten Durchgang das erste Highlight, als Ronning den Puck vor dem gegnerischen Tor erst abblockte und dann aus der Drehung sofort abzog – Juvonen stand erneut richtig (22.). Dasselbe galt allerdings auch für Stettmer, als Gregor MacLeod von der linken Seite auf ihn zulief. Der nach Patrick Russell zweitbeste Scorer der Gastgeber fand jedoch keine Lücke (28.).
Haie machen viel Druck, bleiben aber glücklos
Die Kölner ackerten für den Ausgleich, blieben mit einem Schuss aus der Drehung von Frederik Storm (37.) und einem anschließenden Überzahlspiel aber glücklos. Die Haie setzten sich vor dem Berliner Tor fest, brachten die Scheibe eben nur nicht an Stettmer vorbei. Tanner Kero stocherte vergeblich vor dem Tor, und Tyrväinens Schuss war eine sichere Beute für Berlins Keeper (39.).
Im Schlussdrittel ging es auf dem Eis weiter ohne große Unterbrechungen flott hin und her, ohne dass die Fans zunächst die ganz großen Chancen zu sehen bekamen. In der 48. Minute wurde es für Köln bei einer Berliner Doppelchance durch Ronning erstmals brenzlig. Ab der 51. Minute drückten die Haie das Gaspedal dann richtig durch und schnürten die Gäste gleich zweimal kurz hintereinander in ihrer Hälfte ein. Wenn sie das Tor nicht verfehlten, war jedoch spätestens bei Stettmer Endstation.
Zwei weitere Rekordchancen gegen Wolfsburg und Straubing
Die bis dahin sehr stabile Defensive der Gäste geriet ins Wanken, fiel jedoch nicht. Die Zeit für die Rekordjagd wurde für Köln im Spiel gegen die Eisbären langsam knapp. Die Hauptstädter sorgten in den Schlussminuten nach der Drangphase durch gelegentliche Gegenstöße für mehr Entlastung, bis Kölns Trainer Kari Jalonen in der 59. Minute Torwart Juvonen vom Eis nahm, um den Ausgleich mit sechs Feldspielern zu erzwingen.
Auch diese finale Drangphase überstanden die Gäste und retteten die knappe Führung über die Zeit. Köln bleiben jetzt noch zwei Chancen für den Rekord. Die Haie werden die Hauptrunde mit zwei Auswärtsspielen beenden. Ehe es für den unangefochtenen Spitzenreiter mit noch 113 Punkten in den Playoffs weitergeht, tritt er am kommenden Freitag bei den Grizzlys Wolfsburg und am Sonntag bei den Straubing Tigers an.
Zumindest einen Rekord haben die Rheinländer aber bereits vor ihren finalen Auswärtsfahrten verbucht. In ihrem letzten Hauptrunden-Heimspiel der Saison verbesserte der Klub den europäischen Zuschauerrekord. In der Lanxess-Arena unterstützen die Haie im Schnitt 18.112 Menschen.
Unsere Quellen:
- Livespiel bei Magenta: Kölner Haie – Eisbären Berlin
- Nachrichtenagentur sid
Sendung: WDR.de, „Kölner Haie verlieren gegen Eisbären Berlin mit 0:1“, 16:40 Uhr