Mehr als 100.000 Besucher waren schon beim Musical, das die Geschichte der gleichnamigen Hollywood-Komödie mit Robin Williams aus den 90ern auf die Bühne bringt und das noch bis zum 12. April in der Landeshauptstadt an der Erkrather Straße zu erleben ist.

Bei „Mrs. Doubtfire gibt
es 19 Kinderdarsteller

Zum Ensemble des Musicals gehören auch insgesamt 19 Kinderdarsteller, die die Rollen der beiden jüngsten Geschwister Natalie und Christopher übernehmen. Teil des jungen Ensembles ist auch der elfjährige Mika Benjamin aus Köln, der schon einige Erfahrung im Bühnengeschäft vorweisen kann: „Mit fünf Jahren bin ich meiner großen Schwester gefolgt und habe bei der Schule ‚Stage Coach‘ in Ehrenfeld einen Kinderkurs für Gesang, Schauspiel und Tanz belegt, wobei mir das Tanzen am meisten Spaß gemacht hat. In Oberhausen stand ich dann im Vorjahr im Metronom-Theater bei ‘Elisabeth’ als kleiner Rudolf auf der Bühne. Dann habe ich vom Casting für die Rollen bei ‚Mrs. Doubtfire‘ gehört und mich erfolgreich beworben“, berichtet Mika beim Treffen mit unserer Zeitung in der Südstadt, wo er die fünfte Klasse des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums besucht.

Dazu kommt, dass der Schüler auch schon so manches Musical wie „Widget“ oder „Harry Potter“ schon als Zuschauer erlebt hat. „Bei Mrs. Doubtfire war die Herausforderung, dass wir auch als Kinderdarsteller ziemlich viel Text lernen mussten. Deshalb habe ich das Skript schon mit in die Sommerferien genommen, um es mir intensiv durchzulesen und um meine Textstellen zu markieren. Da habe ich meine Rolle als Christopher bereits vor Augen gehabt. Am Ende der Ferien gab es dann mit den anderen Kindern einen einwöchigen Workshop und bis zu den Herbstferien habe ich dann zu Hause regelmäßig geübt“, berichtet Mika.

An Christopher gefällt dem jungen Kölner vor allem dessen unbändige Energie. „Was ich nicht ganz so nachvollziehen kann, ist seine Leidenschaft für den Fußball. Ich war zweimal im Stadion beim FC, da hat es mir aber nicht so gut gefallen. Ich spiele selbst lieber Tennis und mache Karate. Auch beim Basketball war ich eine Zeit lang aktiv“, berichtet Mika, dessen Einsätze als Kind im Theater gesetzlich streng geregelt sind.

15 Mal stand Mika schon als Christopher auf der Bühne

Vor Ort in Düsseldorf ist er zweimal in der Woche: „Einmal stehe ich selbst als Christopher auf der Bühne und dann bin ich noch mal als Stand-by im Theater. Inzwischen war ich schon 15 Mal in der Rolle zu sehen. Das erste Mal war noch ziemlich aufregend für mich, da war auch die ganze Familie im Saal. Inzwischen habe ich aber kaum noch Lampenfieber und freue mich auf jeden Einsatz. Schade ist nur, dass das Stück schon bald zu Ende geht.“

Mit seinen erwachsenen Kollegen beim Musical kommt Mika bestens zurecht: „Die sind alle sehr nett zu mir. Vor allem mit der Darstellerin von Lydia, der ältesten Tochter, verstehe ich mich sehr gut. Sie achtet auch immer darauf, dass ich weiß, wann ich wieder auf die Bühne muss. Auch Thomas Hohler, der meinen Vater Daniel in der Verkleidung von Mrs. Doubtfire spielt, finde ich cool. Der verändert sich total mit seiner Maske.“

Bei Mika selbst wird weit weniger verändert. „Eigentlich werden bei mir nur die Haare etwas nach hinten gegelt. Ich muss für die Vorbereitungen etwa eine Stunde vor Vorstellungsbeginn im Theater sein. Während des Stücks muss ich mich dann zwölfmal umziehen, das geht oft sehr schnell. Wenn ich Backstage auf den nächsten Auftritt warten muss, spiele ich gerne Käsekästchen oder schaue den anderen vom Rand beim Spielen zu. Oft verliert man da komplett das Gefühl für die Zeit.“

Wenn Mika abends auf der Bühne steht, wird es auch schon mal etwas später, bevor seine Familie nach Hause kommt. „Oft schlafe ich schon im Auto und meistens stehe am Wochenende auf der Bühne und kann so morgens lange ausschlafen. Das mag ich sehr gerne, denn früh Aufstehen ist überhaupt nicht mein Ding“, sagt Mika.

Ein Kindermädchen wie Mrs. Doubtfire selbst zu Hause zu haben, stellt sich der Schüler eher etwas schwierig vor: „Die ist ziemlich streng. Da gibt es kein Internet mehr, aber sie sorgt auch dafür, dass es nicht langweilig wird und bringt leckeres Essen wie Hähnchen auf den Tisch.“ Dass er selbst einmal professioneller Musicaldarsteller wird, kann sich der junge Kölner, der gerne Popsongs von Michael Patrick Kelly und Ed Sheeran hört und selbst Schlagzeug und Geige spielt, gut vorstellen: „Das würde mir gut gefallen. Aber auch eine Karriere als Filmschauspieler wäre spannend.“

Service: Musical „Mrs. Doubtfire“ bis zum 12. April im Düsseldorfer Capitol-Theater an der Erkrather Straße; Vorstellungen: Di + Mi 18.30 Uhr, Do + Fr 19.30 Uhr, Sa 14.30 + 19.30 Uhr und So 13.30 + 18.30 Uhr. Karten und weitere Informationen gibt es ab 49,90 Euro online unter: