Streik in Düsseldorf
Das verdient ein Fahrer bei der Rheinbahn
Aktualisiert am 10.03.2026 – 07:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Rheinbahn in Düsseldorf (Symbolbild): Die Fahrer des Unternehmens streiken am Dienstag. (Quelle: IMAGO/Michael Gstettenbauer/imago)
Fahrer im ÖPNV streiken, der Nachwuchs fehlt: Die Rheinbahn kämpft um neue Fahrer. Was das Unternehmen seinen Fahrern an Gehalt und Extras bietet.
Nach dem Streik ist vor dem Streik. Die Gewerkschaft Verdi NRW ruft Beschäftigte in vielen kommunalen Verkehrsbetrieben am Dienstag (10.März) wieder zu einem Warnstreik auf, sodass Busse und Bahnen einmal mehr in den Abstellhallen bleiben.
Mit dem Warnstreik will die Gewerkschaft Verdi den Druck auf die Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen über die Arbeitsbedingungen der etwa 30.000 Beschäftigten der kommunalen Verkehrsbetriebe in NRW erhöhen.
Verdi fordert eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von derzeit 39 Stunden bei vollem Lohnausgleich, eine Verlängerung der Ruhezeiten zwischen Schichten sowie höhere Sonntagszuschläge. Diese Maßnahmen seien notwendig, um dem Personalmangel entgegenzuwirken und die Attraktivität des Arbeitsplatzes zu steigern.
Auf der Suche sowohl nach neuen Straßenbahnfahrern als auch nach Straßenbahnfahrerinnen befindet sich auch die Rheinbahn. Auf ihrem Stellenmarkt bietet sie derzeit einen unbefristeten Arbeitsvertrag nach Tarif (TV-N NW) sowie eine „passende leistungsgerechte Bezahlung“. Diese sei bei der Rheinbahn „selbstverständlich“. Dazu gehörten bislang ein Grundgehalt bei Einstieg ab 3.112,72 Euro brutto, zusätzliche entsprechende Zeitzuschläge (Feiertag 135 Prozent, Sonntag 25 Prozent, Nacht 25 Prozent, Samstag 20 Prozent) und 30 Tage Urlaub.
Auch Sonderleistungen führt das Verkehrsunternehmen in der Stellenausschreibung auf. Etwa täglich 20 Minuten Zeitzuschlag für das An- und Ablegen der Dienstkleidung, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und eine Leistungsprämie. Auch gibt es Anspruch auf Betriebsrente. Angestellte können zudem im eigenen Fitnessstudio trainieren, den Familienservice (Kinderbetreuung im Notfall, organisierte Ferienbetreuung, Schulberatung, Beratung bei pflegebedürftigen Angehörigen sowie für Partnerschaft und Familie) nutzen und erhalten vergünstigte VRR-Tickets für die ganze Familie.
Laut einer Unternehmenssprecherin gibt es für die Fahrer auch mehrere Aufstiegsmöglichkeiten, „zum Beispiel in der Angebotsplanung, in der Verkehrsaufsicht, als Einsatzleitung bei Veranstaltungen oder Baumaßnahmen, in der Leitstelle oder Disposition, in der Fahrschule oder die Ausbildung zu Fachkräften im Fahrbetrieb“, sagt sie auf Anfrage von t-online. Das Gehalt richte sich auch hier nach dem Tarifvertrag und den üblichen tariflichen Zulagen.
Auf welche Gehälter die Rheinbahn-Fahrer nach mehreren Jahren im Betrieb im Durchschnitt kommen, das wollte das Verkehrsunternehmen nicht mitteilen. Das Einstiegsgehalt von 3.112,72 Euro entspricht im Tarifvertrag der Entgeltgruppe 5. In der Entgeltgruppe 5 entwickelt sich der Verdienst stufenweise weiter auf bis zu 3829,90 Euro brutto im Monat. Insgesamt gibt es sechs Stufen.
„In der Regel steigt man automatisch alle drei Jahre eine Stufe auf“, sagt ein Sprecher des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen. Er ist der Dachverband, dem auch die Rheinbahn angehört. „Das sind die aktuellen Werte, die allerdings logischerweise noch keine künftigen Tariferhöhungen mit abbilden“, sagt er abschließend.
