CSU-Vorsitzender Volker Ullrich spricht, nachdem das endgültige Ergebnis der Stadtratswahl seit Dienstag feststeht, von einer „Enttäuschung“ für seine Partei. „Wir haben Stimmen verloren, das werden wir sorgfältig analysieren und unsere Schlüsse daraus ziehen“, so Ullrich. Den Verlust von Wählerstimmen und fünf Stadtratssitzen müsse man sehr ernst nehmen, auch wenn die CSU weiterhin stärkste Fraktion ist.
Großprojekte und schwierige Rahmenbedingungen trafen aufeinander
Die Probleme beim Infrastrukturausbau, die mit ausschlaggebend für das Abschneiden gewesen sein dürften, führte Ullrich auf externe Faktoren zurück. „Pandemie, die Auswirkungen des Kriegs in Europa, wirtschaftliche Unsicherheit und spürbare gesellschaftliche Umbrüche trafen auf eine Phase, in der mit dem Umbau des Hauptbahnhofs und der Sanierung des Staatstheaters zugleich historisch große Infrastrukturprojekte umgesetzt werden mussten.“ Das sei nicht einfach gewesen, man müsse aber auch erkennen: „Das Wahlergebnis zeigt auch, dass viele Bürgerinnen und Bürger bei manchen großen Projekten schneller sichtbare Fortschritte erwarten.“ Das sei eine Erklärung, bei Wahlergebnissen spielten aber immer mehrere Faktoren zusammen.
Ullrichs relativ klare Worte dürften sich neben der Wählerschaft auch an die eigene Partei richten. Dort ist nach dem historisch schlechten Wahlergebnis von 25,3 Prozent schon Grummeln vernehmbar (wir berichteten). Die Augsburger CSU hatte sich 30 Prozent als Mindestmarke gesetzt, wobei diese Schwelle in mehreren bayerischen Städten unterschritten wurde. Ullrich betonte aber auch, dass die CSU immer noch stärkste Fraktion sei und Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) im ersten Durchgang der OB-Wahl klar vorne liege. Gerade in der jetzigen politischen Situation brauche Augsburg Erfahrung, Verlässlichkeit und eine Oberbürgermeisterin, die im Stadtrat verbinden könne. (skro)
-
Stefan Krog
Icon Haken im Kreis gesetzt
Icon Plus im Kreis
-
CSU
Icon Haken im Kreis gesetzt
Icon Plus im Kreis
-
Volker Ullrich
Icon Haken im Kreis gesetzt
Icon Plus im Kreis