Conor Noß vom MSV Duisburg jubelt über einen Treffer.

Stand: 12.03.2026 • 21:58 Uhr

Für Conor Noß läuft es in dieser Saison richtig gut. Mit dem MSV Duisburg liegt der Mittelfeldspieler auf Aufstiegskurs – und vielleicht winkt bald sogar eine Einladung zum irischen Nationalteam.

Conor Noß wird immer wichtiger für den MSV Duisburg. Der 25-Jährige kam bisher in allen 28 Drittliga-Ligaspielen des Aufsteigers zum Einsatz und könnte mit den Zebras den Durchmarsch in die 2. Bundesliga schaffen. Am letzten Wochenende glänzte Noß beim 4:2-Sieg gegen den 1. FC Saarbrücken mit zwei Toren, als sein Team einen zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand drehte und Relegationsplatz drei behauptete.

„Der Sieg war sehr wichtig für uns. Wir wussten, die Mannschaften hinter uns haben gepunktet und wir wollten unbedingt oben dran bleiben“, sagt Noß im Gespräch mit dem WDR. „Über meine beiden Tore freue ich mich natürlich auch. Aber wir haben jetzt weitere schwere Spiele vor der Brust“.

Noß: „Bin sehr zufrieden mit meiner Performance“

Noß, der in Düsseldorf geboren wurde und unter anderem mehrere Jugendmannschaften von Borussia Mönchengladbach durchlief, kam in der Saison 2021/22 in drei Bundesliga-Partien der Gladbacher zu Kurz-Einsätzen, konnte sich bei den Profis aber nicht durchsetzen. So schloss sich Noß 2023 dem österreichischen Klub Blau-Weiß Linz an, ehe er in der vergangenen Saison zum MSV wechselte.

Bei den Blau-Weißen kommt Noß in dieser Spielzeit bisher auf 13 Scorerpunkte (neun Tore, vier Vorlagen). „Mit meiner Performance bin ich sehr zufrieden. Ich bin auf einem guten Weg und habe schon einige Scorer gesammelt, habe viel Spielzeit bekommen“, sagt Noß. „Am Anfang bin ich eher als Joker reingekommen und habe mich in die Mannschaft reingearbeitet.“

Conor Noß vom MSV Duisburg beim Eckball.

Chancen auf WM-Ticket eher gering

Theoretisch könnte für Noß sogar noch der Traum von der Teilnahme an der WM im Sommer in Erfüllung gehen, denn er wäre für Irland spielberechtigt. Noß absolvierte insgesamt 24 Spiele für die irische U19 und U21 – die Chancen für ein Ticket für den WM-Zug schätzt er aber als gering ein, sollte den Iren in den Playoff-Spielen die Qualifikation gelingen.

„Ich sehe das ganz realistisch. Natürlich kommen da jetzt einige Leute von Außen und versuchen, mich ins Gespräch zu bringen. Das schmeichelt mir sehr, aber ich weiß, dass es schon eher schwierig ist“, so Noß. „Ich versuche, mich auf meine täglichen Aufgaben hier beim MSV zu konzentrieren und das Einzige, das ich beeinflussen kann: meine Leistung.“

Natürlich sei es ein Traum von Noß, für die Nationalmannschaft zu spielen. „Sie haben jetzt erst mal die WM-Qualifikationsspiele, da drücke ich auf jeden Fall die Daumen. Aber aktuell gibt es keinen Kontakt. Wenn ich so weitermache, ist es auf jeden Fall möglich, dass ich mal eingeladen werde.“

Viel familiäre Unterstützung, große Konkurrenz bei Irland

Über mangelnde Unterstützung von der „Insel“ kann sich Noß nicht beschweren. „Mütterlicherseits ist das meine ganze Familie, die in Irland lebt. Die sind auch alle sehr stolz und verfolgen das. Die waren auch sehr stolz, als ich in der U19 und der U21 für Irland gespielt habe. Die sind zu den Heimspielen gekommen, der Support ist auf jeden Fall von der ganzen Familie da – denen bedeutet das sehr viel.“

Allerdings ist die Konkurrenzsituation im irischen Nationalteam groß: Die Profis spielen größtenteils in Top-Ligen, und die 3. Liga in Deutschland fliegt so wohl eher unter dem Radar. „Da sind wirklich Top-Spieler bei, auch auf meiner Position, die in höheren Ligen spielen. Das ist für mich aber ein weiterer Anreiz, mit dem MSV aufzusteigen. Dann erhält man vielleicht eher eine Einladung“, sagt Noß.

Am Samstag bei Hansa gefordert

Während die irische Nationalelf also wohl noch Zukunftsmusik für den 25-Jährigen bleibt, konzentriert sich Noß voll auf den Aufstiegskampf mit dem MSV. Noch zehn Saisonspiele steht auf dem Programm, das nächste am Samstag (14 Uhr) beim Tabellensiebten Hansa Rostock. Hansa liegt in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen und hat vier Punkte weniger auf dem Konto als Duisburg.

„Wir gehen das Spiel in Rostock ähnlich an wie das gegen Saarbrücken, mit einer hohen Kompaktheit“, so Noß. „Wir wollen wenig bis gar nichts zulassen, eher tiefer stehen und auf unsere Umschaltmomente lauern, bei denen wir sehr stark sind. Wir können so dann auch unsere Schnelligkeit auf den Platz bringen. Grundsätzlich wollen wir so lange wie möglich die Null halten – dann haben wir eine große Chance, das Spiel zu gewinnen.“ Duisburg habe einen „extrem guten und breiten Kader. Aber es wird ein schweres und intensives Spiel in einem Stadion, wo großer Support für den Gegner da ist.“

Noß: „Die Menschen hier leben den Verein“

Dass es für den MSV nach dem Aufstieg aus der Regionalliga West mit dem Durchmarsch in die 2. Liga klappt, hält Noß für realistisch. „Wir sind alle sehr optimistisch. Wir freuen uns einfach darüber, dass wir nach 28 Spielen auf dieser Position stehen. Wir haben eine riesengroße Chance, etwas Tolles zu erreichen – für alle Menschen, die was mit dem MSV zu tun haben“, sagte Noß. „Ich habe als Spieler gemerkt, dass die Menschen hier wirklich den Verein leben. Der Support ist einfach unfassbar, und als Spieler will man natürlich etwas zurückgeben.“

Die Basis für den Erfolg des MSV ist die Heimstärke: Die Zebras sind als einziges Team in der 3. Liga im eigenen Stadion noch ungeschlagen (zehn Siege, vier Remis). „Das ist brutal wichtig für uns. Wir können uns zu Hause auf unsere Fans verlassen und unsere Fans auf uns – das ist ein gutes Wechselspiel. Aber wir müssen natürlich auch auswärts punkten, wenn wir aufsteigen wollen. Wir müssen das Spiel in Rostock angehen, als ob es ein Heimspiel wäre – egal wo wir spielen, muss es für den Gegner schwierig sein, uns zu schlagen“, sagt Noß.

Und wenn der MSV am Ende aufsteigen sollte, klappt es für Noß möglicherweise auch noch mit einem Einsatz für Irland. „Ich nehme jeden Anruf an“, sagt er augenzwinkernd.

Unsere Quellen:

  • WDR-Gespräch mit Conor Noß vom MSV Duisburg

Sendung: WDR.de, „Conor Noß – der Unterschiedsspieler vom MSV“, 12.03.2026, 21:58 Uhr

Westdeutscher Rundfunk