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Irres Spiel in der Regionalliga Nordost! Beim Duell zwischen dem Chemnitzer FC und dem FC Rot-Weiß Erfurt fielen neun Tore – doch am Ende zählten nur vier. Die Thüringer bejubelten am Ende einen klaren 4:0-Erfolg vor 6342 Fans im Stadion an der Gellertstraße. Für die heimstarken Sachsen war es erst die zweite Heimniederlage.
Im MDR war Ex-Jenaer Torsten Ziegner (208 Spiele/31 Tore für Carl Zeiss) Kommentator. Und der machte RWE plötzlich Hoffnung auf Platz eins. Ziegner: „Die Standard-Situationen haben das Spiel entschieden. Aber es war ein starker Auftritt. Bei nur acht Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Lok und noch dem direkten Duell ist da durchaus noch eine Chance!“ Allerdings hat Lok Leipzig ein Spiel weniger absolviert und empfängt am Sonntag Hertha BSC II.
Müller-Tore wegen Abseits aberkannt
Rein ins Spiel! Der Tag der offenen Tore begann schon nach zwei Minuten, als Romario Hajrulla einen Freistoßball von Marco Wolf direkt über CFC-Keeper Daniel Adamczyk im Kasten zum 1:0 für Erfurt versenkte. Wenig später der vermeintliche Ausgleich: Nach einem Freistoß ballerte Tobias Müller im zweiten Anlauf die Kugel ins RWE-Gehäuse – aber knapp Abseits (9.). Auf der anderen Seite war es Falcao, der nach Wolfs Freistoß aus halbrechter Position auf 2:0 für die Gäste erhöhte (15.). Chemnitz war geschockt – doch weiter bemüht. Wieder flog ein Freistoß in den RWE-Sechzehner, wieder traf Müller, wieder kein Tor. Er soll vorher einen Erfurter umgestoßen haben (23.).
Foto: ostsport.bild.de
Drei Minuten später dann der Schock für RWE: Nach üblem Foul von Alberico blieb Kapitän Til Linus Schwarz am Boden liegen. Er konnte trotz minutenlanger Behandlung nicht weiterspielen, humpelte langsam vom Feld. Es droht wieder ein langer Ausfall des Defensivspezialisten.
Demütigung für den Chemnitzer FC
Erfurt versuchte nun, weiter konstruktiv nach vorn zu spielen. Nach 36 Minuten ging der Wahnsinn weiter. Obed Ugondu traf – und wurde zurückgepfiffen. Abseits! Drei Minuten später das gleiche Spiel: Ugondu, trifft, Ugondu jubelt, die Fahne ist oben – kein Tor (39.). Kurz darauf stand dann aber der für Schwarz eingewechselte Nathan Claxton goldrichtig, drückte den Ball zum 0:3 über die Linie (41.). Damit nicht genug: Kurz vor dem Pausenpfiff durfte auch Ugondu jubeln, sein Treffer zum 0:4 fand Anerkennung auch beim Schiedsrichtergespann (45.). Chemnitz schlich gedemütigt in die Kabinen.
Nach der Pause ging die Abseits-Show gleich weiter
Für den zweiten Spielabschnitt hatten sich die Sachsen dann etwas vorgenommen, kamen auch mit Elan aus der Pause. Alberico freute sich schon über den 1:4-Anschlusstreffer wenige Sekunden nach Wiederanpfiff. Doch der Blick raus zum Linienrichter beendete seinen Jubel abrupt. Es war – natürlich – Abseits!
Die Partie bot danach kaum noch sportliche Höhepunkte, war eher von vielen kleinen Nicklichkeiten geprägt. Spielerisch fanden die Hausherren kein Mittel gegen die gut organisierte Abwehr der Thüringer, die selbst ein, zwei Gänge zurückschalteten und den Kantersieg clever nach Hause schaukelten.
Und plötzlich wieder ein bisschen Richtung Platz eins schielen darf …
