So sollen die Holz-Gewerbehallen aussehen. Visualisierung: Atelier Lauströer Richter Architekten via MeecoSo sollen die Holz-Gewerbehallen aussehen. Visualisierung: Atelier Lauströer Richter Architekten via Meeco

Im Spätsommer sollen erste Firmen in 12-Millionen-Komplex einziehen

Dresden, 16. März 2026. Auf dem Areal einer ehemaligen Munitionsfabrik im Dresdner Norden entsteht ein privater hölzerner Gewerbehof für zwölf Millionen Euro. Im Spätsommer 2026 sollen die ersten Jungunternehmen in dieses „Fairwerk“ einziehen. Das hat der Bauherr und Betreiber „Family Value Management GmbH“ nun zum Baustart avisiert.

„Wir erstellen die fünf Hallen mit 4900 Quadratmetern Mietfläche komplett in modularer Holz-Bauweise“, kündigt „Family Value“-Partner Georg Prinz zu Salm-Salm an. „Bei der Größe der Mieteinheiten zeichnet sich der Baustoff Holz durch seine besondere Flexibilität, aber auch extrem lange Lebensdauer aus.“ Und er lobt die Standortbedingungen in der sächsischen Landeshauptstadt: „In Dresden dauert es nur drei bis vier Monate bis zur Baugenehmigung und die Wirtschaftsförderung unterstützt uns bei allen Belangen.“

Holzhallen werden nahe Nossen vorgefertigt

Konkret geplant sind 20 zweigeschossige Holzhallen mit Büros, die vor allem auf Jungunternehmer und Mittelständler zielen. „Die Hallen werden bei der ‚Holzbau Moser KG‘ in Reinsberg bei Nossen vorproduziert und dann vor Ort zusammengebaut“, erklärt Architekt Clemens Richter vom Dresdner „Atelier Lauströer Richter Architekten“.

Uni-Ausgründung „Anybrid“ gehört zu den ersten Mietern

Erster Mieter wird ein junges Leichtbau-Unternehmen sein: „Anybrid“ wurde 2020 aus der Dresdner Exzellenz-Uni ausgegründet und hat sich auf hochautomatisierte und besonders flexibel mit anderen Anlagen kombinierbare mobile Spritzgießmaschinen spezialisiert. Inzwischen beschäftigt die Technologiefirma zehn Menschen und hat sich 377 Quadratmeter im neuen Holzgewerbehof gesichert.

Erst Rüstungsfabrik, dann Kfz-Werkstatt

Im Kaiserreich war das Areal der Rüstung gewidmet: Ab 1875 werkelte hier eine Munitionsfabrik, die allerdings 1916 explodierte. Später entstand auf dem Grundstück ein Werk für die Kraftfahrzeuginstandsetzung. „Der Boden war durch beide Nutzungen bislang mit Schadstoffen wie Schwermetallen, Ölresten und anderen gesundheitsgefährdenden Stoffen belastet“, heißt es vom Bauherrn. Land und EU schossen eine Dreiviertelmillion Euro zu, um den Boden zu dekontaminieren. „Ich freue mich über die Aufwertung des Areals und darüber hinaus des ganzen Dresdner Nordens, die wir mit diesem Projekt erfahren“, lobt nun Wirtschaftsbürgermeister Jan Pratzka (CDU) den Investor. „Die Zielgruppen Start-Ups und Handwerk sind genau die Unternehmen, bei denen momentan Bedarf nach neuen Räumlichkeiten besteht, die aber bisher in diesem Gebiet nur wenige Möglichkeiten fanden.“

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Family Value Management/Meeco, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt