Claus Ruhe Madsen (CDU), Tobias Goldschmidt (Grüne) Daniel Günther (CDU) und Dan Cook

AUDIO: Nachrichten 16:00 Uhr – 17.03.2026 (4 Min)

Stand: 17.03.2026 16:09 Uhr

Gestern besuchte er erstmals den bei Heide geplanten Standort einer Batteriefabrik, heute hat Lyten-Chef Cook mit der Landesregierung über die Pläne der US-Firma gesprochen. Er stellt 1.000 Jobs in Aussicht.

von Ben Armstrong

Für eine mögliche Übernahme der ursprünglich geplanten Northvolt-Batteriefabrik bei Heide (Kreis Dithmarschen) ist Lyten-CEO Dan Cook gerade in Schleswig-Holstein. In Kiel hat er am Vormittag seine Pläne mit Vertreterinnen und Vertretern der Landesregierung besprochen. Dabei betonte der Lyten-Chef, nicht von der E-Mobilität abhängig zu sein: „Wir planen, Batterien für eine Vielzahl von Anwendungsbereichen herzustellen, darunter Verteidigung, stationäre Energiespeicherung, Mobilität und Elektrofahrzeuge.“ Cook betonte deutlich die Abgrenzung zu Northvolt.

Wir sind nicht Northvolt, wir sind Lyten.

Dan Cook, CEO Lyten

Northvolt-Übernahme: Lyten plant mit Betriebsbeginn 2028

Lyten plant nach eigenen Angaben eine Kombination aus Batteriezellproduktion, Rechenzentrum und Batteriespeicher in der Region Heide zu bauen. Nächste Jahr sollen die Bauarbeiten beginnen. Für 2028 sei dann der Betriebsbeginn geplant. Dan Cook rechnet nach der geplanten Übernahme der deutschen Northvolt-Tochter mit rund 1.000 Jobs in der ersten Phase des Standorts bei Heide.

Er kündigte an, dass das Projekt größtenteils privat finanziert wird: „Sollten uns zu einem späteren Zeitpunkt öffentliche Fördermittel angeboten werden, werden wir dies auf jeden Fall in Betracht ziehen.“

Landesregierung überzeugt von Cooks Plänen

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) zeigte sich gegenüber dem Vorhaben des Unternehmens optimistisch: „Wir blicken sehr positiv auf den Zeitplan, den Dan Cook uns heute präsentiert hat. Natürlich gucken wir auch darauf, dass die weiteren Fragen im Moment auch mit dem Bund geklärt werden, denn das sind ja auch Schritte, die jetzt gemacht werden müssen.“ Cook reist eigenen Angaben nach weiter nach Berlin, um sich mit Vertreterinnen und Vertretern der Bundesregierung zu der Übernahme auszutauschen.

Für die Opposition hat das Treffen jedoch keine wirklichen Ergebnisse hervorgebracht. „Der Besuch ist ein wichtiges Signal, ersetzt aber keine konkreten Vereinbarungen. Weder ist ein Vertrag unterschrieben noch liegen verbindliche Zusagen vor. Ohne solche gibt es keine gesicherte Perspektive“, kommentierte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Kianusch Stender, den Besuch von Cook.

Lyten stellt Pläne regionalen Akteuren aus Dithmarschen vor

Eine Drohennaufnahme der Batteriezellenfabrik in Heide

Lyten-Chef Cook setzte sich am Montag zum ersten Mal mit den regionalen Vertretern zusammen.

Der Lyten-Chef ist bereits seit Montag im Land. Zunächst hatte er erstmalig die Baustelle bei Heide besucht. Nach Angaben der Bürgermeister von Lohe-Rickelshof und Norderwöhrden (beide Kreis Dithmarschen), Kai Tange (SPD) und Kay-Uwe Evers (Freie Wählergemeinschaft Norderwöhrden), handelte es sich um ein „Kennenlerntreffen“ mit verschiedenen Vertretern aus der Region. Auch Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) war bei dem Treffen dabei.

Kommunalpolitiker schätzen Vorhaben als realistisch ein

Dirk Burmeister, Vorstandsvorsitzender der Entwicklungsagentur Heide schätzt die geplante Ansiedlung für machbar ein. Weiterhin sei zwar unklar wie groß Lyten das Vorhaben plane. Außerdem soll die Umsetzung des Projekts langsamer erfolgen als bei Northvolt, berichtet Burmeister.

Die Kommunalpolitiker schreckt das aber nicht ab. „Besser, als wenn der Nächste wieder kommt und sagt ich kann schnell und groß. Und am Ende kriegt er es dann nicht zurecht“, findet Bürgermeister Kai Tange. Die Ideen von Cook seien eine vernünftige Ausgangslage. Auf dieser Grundlage müssen die Akteure nun jedoch ins Handeln kommen, findet Tange weiter.

B-Pläne der Ansiedlungsfläche müssen vielleicht geändert werden

Gegebenenfalls müssten die Gemeinden bald sogar aktiv werden. Sobald Lyten die Übernahme abschließen sollte, müsste geprüft werden, ob der B-Plan der Baustellenfläche geändert werden müsste. „Northvolt hatte eine klassische Batterieproduktion geplant. Lyten hingegen hatte eine Art Industrial Hub vorgesehen, […] Das weicht ab von den Plänen“, erklärt Björn Jörgensen, leitender Verwaltungsbeamter im Amt Heider Umland.

Northvolt wollte ursprünglich 3.000 Arbeitsplätze schaffen

Ursprünglich wollte das schwedische Unternehmen Northvolt bei Heide eine Batteriefabrik mit rund 3.000 Arbeitsplätzen errichten. Batteriezellen für bis zu eine Million Elektroautos pro Jahr sollten an der Westküste Schleswig-Holsteins entstehen. Nach einem Insolvenzverfahren von Northvolt kündigte Lyten im August 2025 an, Standorte von Northvolt zu übernehmen.

Eine Drohnenaufnahme des Geländes in Heide, wo eigentlich eine Batteriezellenproduktion der Firma Northvolt entstehen sollte.

Große Hoffnungen, viel Steuergeld: Nach der Northvolt-Insolvenz wartet die Region Heide weiter auf das US-Unternehmen Lyten.

Ende Februar schloss das US-Unternehmen die Übernahme des insolventen schwedischen Teils von Northvolt ab. Noch ist die Übernahme der deutschen Tochter des Batterieherstellers aber nicht in trockenen Tüchern. Nach einer Reise in die USA hatte Wirtschaftsminister Madsen erklärt, dass ein Kauf bald erfolgen soll.

Mehrere schwarze zylinderförmige Batterien mit der Aufschrift „LYTEN“ stehen nebeneinander auf einer weißen Oberfläche.

Das US-Unternehmen will auch die im Bau befindliche Batteriefabrik bei Heide (Kreis Dithmarschen) übernehmen.

Eine Fabrik des Batterien-Start-Ups Lyten

Der US-Konzern Lyten will mit neuen Batterien im Norden Geschäfte machen. Doch nicht alle Experten sind überzeugt.

Ein Gelände mit Geröl und einigen Förderbändern.

Die Menschen hatten auf einen Aufschwung gehofft und sind nun enttäuscht. Doch Landrat Thorben Schütt bleibt optimistisch.