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Berlin – Die deutsche Hauptstadt will sich vor Angriffen aus der Luft wappnen. Besonders Großveranstaltungen, Staatsbesuche und wichtige Einrichtungen sollen besser geschützt werden. Um Drohnen zu erkennen und abzuwehren, soll über ganz Berlin ein Netzwerk mit Sensoren verteilt werden.

Das Konzept liegt BILD exklusiv vor: 62 Funk-Sensoren decken das Stadtgebiet zwischen Wannsee und Müggelsee ab – jeder überwacht einen Radius von 5 bis 10 Kilometer. Eingesetzt werden im Konzept zumindest im Stadtzentrum mit dem Regierungsviertel auch Radar und Kameras. Sie reagieren auf komplett autonome („schwarze“) Drohnen, denen kein Pilot zugeordnet werden kann.

Installiert werden könnten die notwendigen Geräte innerhalb von sechs Monaten. Als Lagezentrum würde sich zum Beispiel der Ex-Flughafen Tempelhof anbieten – er liegt zentral und das Polizeipräsidium ist bereits in den Gebäuden untergebracht. Geklärt werden muss zum Beispiel noch, wie man mit Abschüssen umgeht – die Trümmer würden auf die Stadt regnen, möglicherweise zu Verletzungen führen. Auch noch offen ist der Einsatz von Abfangdrohnen, die mit Netzen ausgerüstet sind, um feindliche Objekte zu neutralisieren – sie müssten ziemlich groß sein.

Die Finanzierung steht

Vorangetrieben wird das Konzept von Berlins CDU-Fraktionschef Dirk Stettner (56): „Wir arbeiten dafür, dass Berlin sicherer wird. Und es gibt eine Technik, die das schafft. Die Koalition hat bereits Mittel im Haushalt bereitgestellt. Mehr als fünf Millionen Euro.

Mehr investieren muss Berlin auch in den Zivilschutz. Das kündigte der Regierende Kai Wegner (53, CDU) nach der ersten Sitzung einer Landesregierung im Verteidigungsministerium an. Jede Senatsbehörde bekommt zwei Beauftragte, die nach einem Sicherheitscheck berechtigt sind, geheime Verschlusssachen zu empfangen und zu lagern. Vorbereitet werden auch Übungen zur zivilen Verteidigung, der Schutz von Kulturgütern und Ausweichstandorte für Regierungsgeschäfte.

Berlins Regierungschef Kai Wegner (l) tagte erstmals mit seiner Senatsmannschaft im Verteidigungsministerium mit Boris Pistorius (66, SPD)

Berlins Regierungschef Kai Wegner (l.) tagte erstmals mit seiner Senatsmannschaft im Verteidigungsministerium mit Boris Pistorius (66, SPD)

Foto: BMVg/Steve Eibe

Auch ein relevantes Problem in puncto Sicherheit: Allein in Berlin gibt es alle zwei Sekunden einen digitalen Angriffsversuch.

Mehr zum ThemaKliniken im Spionage-Visier

Unter Cyberangriffen leiden besonders Berlins Krankenhäuser. Dort werden zunehmend auch offensichtliche Spionage und Sabotage-Versuche beobachtet – wie Drohnen-Überflüge, aufgebrochene Türen, unbekannte Personen in eigentlich unzugänglichen Bereichen. Deshalb soll es zum Beispiel strengere Zugangskontrollen geben.