Seit 2024 greifen im deutsch-britischen Wirtschaftsraum schrittweise neue Vorschriften, die nach dem Brexit zunächst verschoben wurden. Am stärksten wirkt sich die Einführung der „Electronic Travel Authorization“ (ETA) im Jahr 2025 aus: 32 % der Unternehmen erleben dadurch Belastungen.

Knapp jedes vierte Unternehmen (23 %) sieht erhebliche Auswirkungen durch die bereits beschlossenen sowie die noch erwarteten Änderungen im britischen Einwanderungsrecht
(2024: 20 %).

Andere Regelungen wurden hingegen mittlerweile verarbeitet und haben an Schärfe verloren – vor allem das 2024 neu eingeführte Importkontrollsystem („Border Target Operating Model“). 2024 nannten dies noch 34 % eine große Belastung, aktuell sind es nur noch 18 %. Auch die Substitution von EU-Regularien durch neues UK-Recht spielt in der Wahrnehmung deutscher Unternehmen mittlerweile eine geringere Rolle: Ihr Einfluss sank von 28 % im Vorjahr auf 17 % in diesem Jahr.

„Unternehmen auf beiden Seiten des Ärmelkanals haben sich an die neuen Realitäten nach dem Brexit angepasst und die wirtschaftlichen Auswirkungen getragen. In einer Welt, in der protektionistische Tendenzen zunehmen, müssen wir jetzt Brücken bauen, statt neue Mauern zu errichten. Der deutsch-britische Korridor ist nur dann zukunftsfähig, wenn die politischen Entscheidungsträger jetzt den Weg freimachen. Analog zum geopolitischen Schulterschluss und den langfristigen Verträgen im Bereich der Verteidigung sollte auch für die Wirtschaft jetzt ein entsprechendes Abkommen mit substantiellen Verbesserungen und Erleichterungen folgen“, so das Fazit von Michael Schmidt (BCCG).