Der Abschluss im TV-L bringt am Ende vor allem eines: ein bisschen mehr Geld über eine ziemlich lange Laufzeit. Natürlich – mehr Geld ist gut. Aber wenn man ehrlich ist, fühlt es sich eher wie ein kleiner Bonus an als wie ein echter Durchbruch. Ja, es ist eine Form der Anerkennung unserer Arbeit. Aber die Attraktivität, bei der Stadt zu arbeiten, steigt dadurch kaum spürbar. Schon jetzt fehlt es überall an Fachkräften, und es ist schwierig, neue Leute für den Job zu gewinnen. Das wird sich durch den Abschluss nicht wesentlich ändern.
Umso wichtiger ist ein Punkt, der tatsächlich erkämpft wurde: die Hamburg-Zulage. Dass sie am Ende doch noch durchgesetzt werden konnte, ist ein echter Erfolg – auch wenn sie leider noch nicht für alle Beschäftigten Hamburgs gilt. Das Leben in Hamburg ist schlicht teurer als in vielen anderen Regionen. Vor allem die Mieten sind für viele von uns ein riesiges Problem. Kolleg*innen ziehen längst an den Stadtrand oder verlassen Hamburg ganz. Manche gehen auch nach Niedersachsen oder Schleswig-Holstein, weil die Lebenshaltungskosten dort niedriger sind und weil Leute wie ich dort zum TV ÖD gehören und deshalb mehr Geld bekommen.
Der Weg zur Hamburg-Zulage war alles andere geradlinig. Die überraschende Ablehnung der Hamburg-Zulage durch die Tarifgemeinschaft deutscher Länder – trotz vorheriger Zusage – war wie Schlag ins Gesicht. Die Frustration war enorm. Und trotzdem hatte genau das auch eine andere Wirkung: Es hat mobilisiert.
Plötzlich sind mehr Menschen auf die Straße gegangen. Die Beteiligung an Streiks und gewerkschaftlichen Aktionen war bei uns im Betrieb hoch, teilweise höher als erwartet. Selbst Kolleg*innen, die keine ver.di-Mitglieder sind, haben sich solidarisch gezeigt und unterstützt. Diese Momente, oft bei eisiger Kälte, haben etwas sichtbar gemacht, das im Arbeitsalltag sonst leicht untergeht: Zusammenhalt. Behördenübergreifend, quer durch die Belegschaften – da ist etwas entstanden, das Mut macht.
Am Ende bleibt ein gemischtes Fazit: Der Abschluss bringt kleine Verbesserungen und einzelne wichtige Erfolge wie die Hamburg-Zulage. Aber er löst nicht die grundlegenden Probleme. Was bleibt, ist vor allem die Erfahrung, dass Bewegung etwas bewirken kann – und dass Solidarität mehr ist als nur ein Wort.