Am Platz der Luftbrücke haben am Freitag die Bauarbeiten für ein ambitioniertes Projekt der klimaangepassten Stadtentwicklung begonnen. Der jetzt gestartete Bauabschnitt ist Teil eines größeren Gesamtkonzepts für den Bereich rund um den Flughafen Tempelhof. Das Umfeld des Luftbrückendenkmals und der Ehrenhof sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

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Das Vorhaben wird im Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung 2 (BENE 2) aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes Berlin gefördert. Für den ersten Teilbereich belaufen sich die Gesamtkosten für die Maßnahmen der Grün Berlin auf rund 6,3 Millionen Euro, von denen etwa 5,0 Millionen Euro über das Programm BENE 2 gefördert werden.

Der historisch bedeutsame Platz, der an die Berliner Luftbrücke von 1948/1949 erinnert, soll durch die Umgestaltung zukunftsfähig gemacht werden, erklärte Ute Bonde (CDU), Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Sie kam zum offiziellen Auftakt mit Vertreterinnen und Vertretern aus Landes- und Bezirkspolitik sowie der landeseigenen Grün Berlin Stiftung zusammen.

Ziel sei es, den bislang stark vom Verkehr dominierten Bereich zu einem lebendigen, grünen und klimaangepassten Stadtraum weiterzuentwickeln, der sowohl den Anforderungen moderner Mobilität als auch einer hohen Aufenthaltsqualität gerecht wird.

Geplant ist, den Bereich schrittweise zu einem urbanen Freiraum mit mehr Platz für Fuß- und Radverkehr, klar gegliederten Flächen und verbesserten Zugängen für Einzelhandel und Gastronomie zu entwickeln.

Luftbrückendenkmal, Platz der Luftbrücke, Tempelhof, Berlin, Deutschland *** Airlift Memorial, Platz der Luftbrücke, Tempelhof, Berlin, Germany Die Umgestaltung des Platzes der Luftbrücke, an dem auch das Luftbrückendenkmal steht, hat begonnen.

© imago images/Schöning

Der erste Bauabschnitt umfasst eine Fläche von rund 15.000 Quadratmetern im Bereich der Manfred-von-Richthofen-Straße und wird in fünf Etappen umgesetzt. Die Fertigstellung ist für Anfang 2028 vorgesehen. Während der Bauzeit sollen die Einschränkungen für Anwohnende und Gewerbetreibende so gering wie möglich gehalten werden.

Umgestaltung des Platz der Luftbrücke, Visualisierungen der Pläne
Foto: Bruun & Möllers Mehr Platz für Fuß- und Radverkehr soll entstehen.

© Bruun & Möllers

Künftig wird die Straße deutlich schmaler ausfallen, während Gehwege verbreitert und neue Sitzgelegenheiten geschaffen werden. Ergänzt wird dies durch Fahrradschutzstreifen, zusätzliche Abstellanlagen und klar strukturierte Lieferzonen.

Ein zentrales Element ist die sogenannte „blau-grüne“ Infrastruktur: Neue Bäume, entsiegelte Flächen und ein innovatives Regenwassermanagement sollen das Mikroklima verbessern. Geplant sind unter anderem eine Piazza mit Brunnen am U-Bahnhof sowie ein ruhiger Quartiersplatz mit viel Vegetation. Insgesamt entstehen mehr als 1400 Quadratmeter zusätzliche Grünflächen mit 23 neuen Bäumen.

Umgestaltung des Platz der Luftbrücke, Visualisierungen der Pläne
Foto: Bruun & Möllers Insgesamt entstehen mehr als 1.400 Quadratmeter zusätzliche Grünflächen mit 23 neuen Bäumen.

© Bruun & Möllers

Das Regenwasserkonzept folgt dem Prinzip der „Schwammstadt“. Niederschläge werden vor Ort aufgenommen, gespeichert und verzögert abgegeben. So kann bei Starkregenereignissen die Kanalisation entlastet und Überflutungen vorgebeugt werden, während gleichzeitig an heißen Tagen eine kühlende Wirkung erzielt wird.

Zudem soll das Umfeld für den Lieferverkehr übersichtlicher organisiert werden. Drei neue Ladebereiche entlasten die umliegenden Straßen. Ergänzend entstehen 70 Kurzzeitparkplätze südlich des Schulenburgrings für schnelle Erledigungen. Rund 200 zusätzliche Fahrradständer verbessern zudem die Parkmöglichkeiten für Räder.

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Die Umgestaltung wird von der Grün Berlin zentral gesteuert und gemeinsam mit den Partnern Berliner Wasserbetriebe, Berliner Energie und Wärme sowie den Berliner Verkehrsbetrieben umgesetzt. Durch gebündelte Bauprozesse sollen Kosten gesenkt und Bauzeiten verkürzt werden.

Die Umgestaltung basiert auf einem Ideen- und Realisierungswettbewerb der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. In einem Beteiligungsverfahren wurde das Konzept gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Gewerbetreibenden und Anwohnenden sowie dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg und der zuständigen Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt weiterentwickelt und finalisiert.