Emma Aicher beim Super G in Kvitfjell

Stand: 22.03.2026 • 12:02 Uhr

Emma Aicher lag beim Super-G in Lillehammer zunächst noch in Führung, fuhr starke und schnelle Schwünge im oberen Teil der Strecke. Von Zwischenzeit zu Zwischenzeit leuchtete es grün auf, doch dann leistete sich der Shootingstar einen fatalen Linienfehler im Mittelteil der Olympiabakken – genau bei der Passage, die ihr auch in der Abfahrt zum Verhängnis wurde.

Mehrere Zehntelsekunden ließ die 22-Jährige in der Passage liegen – Zehntelsekunden, die ihr im Kampf um den Sieg im Gesamtweltcup teuer zu stehen kommen könnten. Denn durch den vierten Platz ließ Aicher am Sonntag wichtige Punkte liegen.

Die Halb-Schwedin-Halb-Deutsche liegt nun 45 Zähler hinter der Führenden Mikaela Shiffrin. Die US-Amerikanerin hatte die Abfahrt am Samstag noch ausgelassen und wurde im Super-G 21. Da im Weltcupfinale nur die Top 15 Punkte erhalten, ging die 30-Jährige am Sonntag leer aus. Doch bei den beiden verbleibenden Rennen, dem Slalom und Riesenslalom, geht Shiffrin als klare Favoritin an den Start.

Kira Weidle-Winkelmann erstmals auf dem Podium im Super-G

Erfreulicher verlief der Tag für Kira Weidle-Winkelmann. Wie schon am Vortag bei der Abfahrt landete die 31-Jährige auf Platz drei und konnte die Speed-Saison mit einem weiteren starken Podestplatz beenden. Die Starnbergerin feierte damit das erste Top-drei-Ergebnis in der Disziplin und unterstreicht damit ihre Weltklasse in den Speed-Wettkämpfen.

Zur Super-G-Queen krönte sich am Sonntag die Italienerin Sofia Goggia. Mit einer Fabelfahrt, viel Risiko und der direktesten Linie holte sich Goggia mit über drei Zehntelsekunden Vorsprung vor der Zweitplatzierten Corinne Suter (Schweiz) den Tagessieg in Lillehammer und damit die kleine Kugel in der Disziplin. Es ist ihr erster Sieg in der Super-G-Gesamtwertung – die Abfahrtskristallkugel hat sie bereits vier Mal gewonnen.

Goggia profitierte von dem für einen Super-G schnell und weit gesetzten Kurs mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 110 km/h. Nur die Neuseeländerin Alice Robinson hätte ihr noch die kleine Kugel streitig machen können – Robinson aber baute Fehler ein, verlor im Mittelteil viel Zeit und wurde 16.: zu wenig, um die erste Ski-alpin-Kugel für Neuseeland zu holen.

Stuhec verabschiedet sich aus dem Weltcup

Die sonst so coole und oft abgeklärte Sofia Goggia konnte es im Ziel nicht fassen, vergrub erst ihr Gesicht in ihren Händen und weinte dann. Fünf Super-Gs konnte die 33-Jährige in dieser Saison gewinnen: Neben dem Finalrennen in Lillehammer siegte sie auch in St. Moritz, in Val d’Isère, in Crans-Montana und in Soldeu.

Im Rahmen des Weltcupfinals verabschieden sich auch einige Skirennfahrerinnen und Skirennfahrer von der Weltcup-Bühne: Bei der Männer-Abfahrt am Vortag genoss der Schweizer Niels Hintermann die letzte Fahrt seiner Karriere, am Sonntag war es Ilka Stuhec, die sich ein letztes Mal feiern ließ.

Die Slowenin absolvierte 252 Weltcup-Rennen, 19 Jahre lang war sie in der höchsten Liga des Skirennsports unterwegs und konnte elf Siege feiern. 2017 und 2019 raste sie bei der Ski-WM zu Gold in der Abfahrt. Nach einer Knieverletzung suchte Štuhec zuletzt jedoch nach ihrer Form. Nach ihrer letzten Fahrt ließ sich die 35-Jährige in den Schnee fallen, ehe sie von Kollegen, Familie und Trainern mit Sektduschen gefeiert wurde.