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Berlin – Das Landesamt für Einbürgerung kann nicht sagen, wie viele gefälschte Sprachzertifikate schon aufgeflogen sind.

In Berlin werden so viele Ausländer eingebürgert wie nie zuvor. Im vergangenen Jahr wurden 39.034 deutsche Pässe ausgegeben, fast doppelt so viele wie 2024 (21.811) und mehr als viermal so viele wie 2023 (9041). In diesem Jahr hält die Tendenz unvermindert  an.

Zur Begründung heißt es, ein großer Stau von Anträgen müsse aufgelöst werden, der sich über die Jahre gebildet habe.

Im Sommer 2025 flogen überall in Deutschland gefälschte Sprachzeugnisse auf, die für die Einbürgerung vorgelegt werden. Falsche Namen werden in  Originaldokumente eingetragen, Doppelgänger erscheinen zum Sprachtest. 

Im Februar forderte der CD-Bundestagsabgeordnete Alexander Throm, verdächtige Dokumente müssten überprüft und „laufende Einbürgerungsverfahren“ solange „ausgesetzt werden“.

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Wie sieht die Praxis in Berlin aus? Wir fragten beim Landesamt für Einwanderung (LEA) nach. Und siehe, da: Die Lage ist unübersichtlich. Auf die Frage: „Wie viele Fälle gefälschter Sprachzertifikate sind dem LEA bisher bekannt?“ bekommen wir diese Antwort: „Hierüber führt das LEA keine Statistik.“

Nachfrage: Wie entdeckt das LEA die Fälschungen? Antwort: Das LEA hat „unmittelbaren und vollständigen Zugriff auf die elektronischen Ausländerakten der Einbürgerungsbewerber“. Und: „Die Beschäftigten des LEA werden im Erkennen von Fälschungen zudem geschult, zuletzt im Februar 2026.“

Das sind vage Auskünfte, die nicht sehr überzeugend wirken. Man kann es nur immer wieder sagen: Der deutsche Pass ist ein hohes Gut, das nicht in die Hände von Betrügern gelangen darf, aber gelangt ist. Die Kontrollen sind zu lasch gewesen und sind es offenbar immer noch.

Hat Gunnar Schupelius recht? Schreiben Sie an: gunnar.schupelius@axelspringer.de