Die TU-Ausgründung Novaled Dresden ist auf Organische Leuchtdioden spezialisiert. Abb.: NovaledEin Beispiel für Unternehmergeist aus Sachsen: Die einstige TU-Ausgründung Novaled Dresden ist auf Zutaten für organische Leuchtdioden spezialisiert. Abb.: Novaled

In Summe haben Unis und Hochschulen im Freistaat über 1100 Ausgründungen seit 2016 hervorgebracht

Leipzig/Dresden, 23. März 2026. Die Leipziger Universität ist die ausgründungsfreudigste Uni in Sachsen, gefolgt von der Technischen Universität Dresden (TUD). Das hat eine Auswertung des sächsischen Wissenschaftsministeriums ergeben.

Demnach gründeten sich in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 310 Unternehmen aus der Uni Leipzig aus. Die einzige ostdeutsche Exzellenzuniversität, die TUD, brachte im selben Zeitraum 224 neue Firmen hervor. Darauf folgen die TU Chemnitz mit 188 und die Bergakademie Freiberg mit 80 Ausgründungen.

„Wir wollen Transfer von Forschungsergebnissen in sächsische Unternehmen genauso wie Unternehmensgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen weiter vorantreiben.“
Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow

„Technologietransfer trägt mittel- und langfristig zu Wachstum und Wohlstand in Sachsen bei“, betont Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU). „Die Rolle der Hochschulen als Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wird von der Hochschulinnovationsstrategie des Freistaats gestärkt.“

Zählt man sämtliche Unternehmen zusammen, die seit 2016 aus den Universitäten und Fachhochschulen im Freistaat entstanden sind, so kommt man auf über 1100 Ausgründungen. Die Überlebensrate sei hoch, heißt es aus dem Ministerium: „Der überwiegende Teil der Start-Ups hat die kritischen ersten fünf Jahre überstanden und sich am Markt behauptet.“

„Wissenschaftsinnovationsgesetz“ soll Instituten mehr Spielräume eröffnen

Diesen Gründungseifer will die Staatsregierung weiter anfachen. Gemkow verweist auf den Koalitionsvertrag. Dieser sehe ein Wissenschaftsinnovationsgesetz vor, „um unseren Wissenschaftseinrichtungen weitere Freiheiten bei der Beteiligung an Unternehmen einzuräumen“.

Ein NV-Quantencomputer von XeedQ aus Leipzig auf der Basis von Stickstoff-Fehlstellen im Diamantengitter. Foto: Heiko WeckbrodtEin NV-Quantencomputer von XeedQ aus Leipzig auf der Basis von Stickstoff-Fehlstellen im Diamantengitter. Foto: Heiko Weckbrodt

Zu den erfolgreichsten und prominentesten Ausgründungen der TU Dresden zählen die Oled-Zutatenfirma „Novaled„, die Heliatek-Fabrik für organische Solarzellen, die Robotikfirma „Wandelbots“ und der Ionenantriebs-Hersteller „Morpheus Space„. Die Uni Leipzig hat unter anderem die Quantencomputer-Hersteller „Saxonq“ und „XeedQ“ sowie den Online-Optiker „Mister Spex“ hervorgebracht.

Das Team der Ausgründung "Nanosen" (von links nach rechts): Rick Henkner, Dr. Sonia Bradai, Rajarajan Ramalingame und Joseph Stephens. Foto: privat via TUCDas Team der Ausgründung „Nanosen“ (von links nach rechts): Rick Henkner, Dr. Sonia Bradai, Rajarajan Ramalingame und Joseph Stephens. Foto: privat via TUC

Aufs Konto der TU Chemnitz gehen beispielsweise die Nano-Kraftsensor-Firma „Nanosens„, die Personalsoftwareschmiede „Staffbase“ oder 3D-Micromac. „Babys“ der Bergakademie Freiberg sind zum Beispiel der  Mikroelektronik-Zulieferer „Freiberg Instruments“, die Plasmakatalyse-Rektorfirma „Enadyne“ oder das Plasmapolitur-Unternehmen „Plasmotion“ – die Reihe der ambitionierten Gründungen ließe sich noch weit fortsetzen.

Dresden liegt bei Innovationsstärke vorn

Legt man übrigens die Patentstatistik zugrunde, mit der sich die Innovationsstärke vergleichen lässt, liegt die TUD in Sachsen vorn: Allein zwischen 2022 und 2025 hat die Exzellenz-Uni über 300 Patente angemeldet. Darauf folgen die Bergakademie Freiberg mit 107 Patent-Anmeldungen, die TU Chemnitz mit 55 und die Uni Leipzig mit 39 Anmeldungen.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: SMWK, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt