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Köln – Da hat sich einiges aufgestaut! Der CDU-Europaabgeordnete Dennis Radtke (46) ließ bei Louis Klamroth (36) in „Hart aber fair“ ordentlich Dampf ab – sein Zorn über die hohen Benzinpreise richtete sich vor allem gegen das Kartellamt und dessen Chef Andreas Mundt (65). Radtkes scharfer Vorwurf: „Ich glaube nicht, dass die Menschen, die wie ich jetzt für 2 Euro 31 pro Liter getankt haben, an der Tankstelle stehen und sagen: ,Gottseidank haben wir eine Taskforce in Berlin, die sich das mal genauer anschaut.‘ Ich will das nicht lächerlich machen, aber das Kartellamt scheint ja eher eine Ansammlung von zahmen Stallhasen zu sein!“
Der CDU-Politiker legt nach, sichtlich erbost: „Und wenn der Chef des Kartellamts, der in sieben Monaten in Rente geht, der Meinung ist, er müsse der Pensionierung entgegendämmern, dann muss man sagen: Dann gehe doch schon sieben Monate eher, und wir setzen jemanden an die Spitze, der die Instrumente, die wir kartellrechtlich haben, auch bereit ist anzuwenden, um mal Zähne zu zeigen! Weil – es kann mir niemand erklären, warum geht bei uns der Balken (der Benzinpreis, Anm. d. Red. ) durch die Decke, und an anderen Stellen passiert wenig bis gar nichts.“
Müssen SPD nicht noch zeigen, wo der Hammer hängt
Auch andere bekommen ihr Fett weg. Radtke über Ex-Finanzminister Christian Lindner (47, FDP): „Er hat ja das letzte Mal den Tankrabatt umgesetzt. Klar, es ist immer populär, zu sagen: schnell runter mit der Steuer! Das verstehe ich, dass das immer sofort Applaus gibt. Aber es ist auch schon sehr viel Geld versickert, und die Entlastung war an vielen Stellen auch nicht zielgerichtet. Menschen mit meinem Einkommen müssen an der Tankstelle nicht entlastet werden, andere müssen viel stärker entlastet werden.“ Dafür gibt es Applaus.

„Tanken teuer, Angst vor Inflation: Ist die Regierung machtlos?“ lautete das Thema von „Hart aber fair“ mit Moderator Louis Klamroth (r.)
Foto: WDR/Collage FF
Deutlich milder fällt sein Ton gegenüber der SPD aus: „Es gibt da von mir keine Häme. Ich habe schon nach der Bundestagswahl gesagt: Wenn die älteste Partei in Deutschland hinter Nazis zurückfällt, ist es nicht unsere Aufgabe, denen noch zu zeigen, wo der Hammer hängt. Sondern da muss man unter Demokraten die anderen in den Arm nehmen und ihnen die Chance geben, wieder aufzustehen.“
Zum Schluss wird Radtke persönlich: „Meine beiden Großväter waren über 50 Jahre Sozialdemokraten. Wenn man so sozialisiert wird im Ruhrgebiet, dann tritt man in die SPD ein. Andere haben in ihrer Jugend Fenster eingeschmissen, ich war mal Mitglied in der SPD. Aber die SPD meiner Großväter, die gibt es heute nicht mehr. In meiner Heimatstadt Bochum kündigte die SPD mit den Grünen Pachtflächen für Landwirte. Um Gewerbe anzusiedeln, sozialen Wohnraum zu schaffen? Nein, sondern um die Flächen sich selbst zu überlassen. Mit solchen SPD-Funktionären hätte man im Ortsverein meiner Großväter feucht durchgewischt.“