
Trotz Sparzwang startet das Filmfest Dresden am 14. April mit einem opulenten Programm. Mehr als 380 Kurzfilme aus 60 Ländern laufen bis 19. April an 19 Orten in der Stadt. Auf dem Schlossplatz gibt es ein kostenfreies Open-Air-Programm. Unter dem Motto „Work in Progress“ nimmt das Festival 2026 die Arbeitswelt, aber auch Themen wie Heimat, Migration, Identität und Teilhabe in den Blick. Dabei fallen die inklusive Angebote erstmals aus – ein Einschnitt, den die Organisatoren beklagen.
Rund 380 Produktionen aus 60 Ländern präsentiert das Filmfest Dresden, das am 14. April unter dem Motto „Work in Progress“ beginnt.
Die Leiterin des Kurzfilm-Festivals Anne Gaschütz freut sich auf das opulente Programm beim 38. Filmfest Dresden, das aber unter enormem Sparzwang steht.
Wie die Leiterin des Kurzfilm-Festivals Anne Gaschütz am Dienstag im Gespräch mit MDR KULTUR erklärte, steht die Arbeitswelt im Mittelpunkt der 38. Ausgabe.
Arbeit, Empowerment, Lichtblicke: „Nicht alles nur traurig“
Angesichts von Inflation und politischen Kontroversen, Krisen und Krieg sei es sicher kein Zufall, dass sich viele Filmschaffende mit heutigen Arbeitsbedingungen und Machtstrukturen beschäftigten, sagte Gaschütz zu den Einreichungen. Die Beiträge zeigten, welche große Rolle Arbeit für gesellschaftliche Teilhabe spiele.
In „Womb“ erzählt die neuseeländische indigene Filmemacherin Ira Hetaraka von einem jungen Maori-Mädchen, das in einem Sorgerechtsdrama und in ihrem Ringen um Identität gefangen ist.
Zugleich seien Heimat, Migration und Identität bestimmende Themen. Dabei gehe es außerdem um Empowerment und „Lichtblicke“ betonte Gaschütz mit Blick auf den Wettbewerb und das gesamte Festival-Programm. „Es soll ja nicht alles nur traurig sein.“
Sparzwang: Festival streicht inklusive Angebote
Nach der Haushaltssperre der Stadt Dresden kämpft das Filmfest mit steigenden Kosten bei um zehn Prozent gesunkenen Fördermitteln. Deswegen, führte Gaschütz im Gespräch mit MDR KULTUR weiter aus, könnten keine inklusiven Programme mehr angeboten werden. Sie umfassten bisher Audiodeskription, erweiterte Untertitel und Angebote in Gebärdensprache. Nach mehr als zehn Jahren könne dies nun nicht mehr angeboten werden, was blinde oder taube Menschen ausschließe.
Das Filmfest Dresden ist ein Publikumsmagnet, doch aus Kostengründen kommen blinde oder taube Menschen nicht mehr in den Genuss von inklusiven Angeboten wie Audiodeskription und Untertiteln.
„Ich finde das traurig, weil echte Teilhabe so nicht mehr möglich ist“, beklagt Gaschütz. Für Inklusion hatte das Filmfest Dresden Gaschütz zufolge bisher 40.000 bis 50.000 Euro ausgegeben.
Wettbewerb, Animation aus Afrika, Filme für Kids und open air
Bei dem Festival konkurrieren bis 19. April insgesamt 65 Beiträge aus 36 Ländern in internationalem, nationalem und mitteldeutschem Wettbewerb um 17 Preise, die mit insgesamt 72.500 Euro dotiert sind.
Das Filmfest Dresden endet am 19. April mit der Vergabe der Goldenen Reiter.
Ein Fokus richtet sich auf Animationsfilme aus Afrika. Zudem gibt es ein Kinder- und Jugendprogramm. Auf dem Dresdner Schlossplatz wird ein kostenfreies Kurzfilm-Open-Air geboten.
Quelle: Filmfest Dresden, MDR KULTUR, redaktionelle Bearbeitung: ks