Stand: 24.03.2026 18:44 Uhr

Nach dem gewaltsamen Tod einer 38-jährigen Mutter in Barsinghausen (Region Hannover) sitzt ihr 49-jähriger Partner in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hat nun eine Obduktion angeordnet.

Der Mann wurde am Dienstag einem Haftrichter vorgeführt. Er steht im Verdacht, die 38-Jährige in der Nacht zu Montag in einem Einfamilienhaus getötet und die gemeinsame Tochter lebensgefährlich verletzt zu haben. Der Zustand des 13-jährigen Mädchens ist weiterhin kritisch, sie wird im Krankenhaus behandelt. Die Leiche der Frau soll zudem obduziert werden. Ein Motiv und der genaue Ablauf der Tat sind bislang unklar.

15-jähriger Sohn wählt Notruf

Wie die Polizei mitteilte, hatte der 15 Jahre alte Sohn gegen 2.10 Uhr den Notruf gewählt und angegeben, dass der Vater die Mutter angegriffen habe. Die Frau wurde lebensgefährlich verletzt und starb trotz Reanimationsversuchen der Rettungskräfte noch vor Ort. Der 15-jährige Sohn wurde ersten Angaben zufolge nicht verletzt.

Weitere Kinder waren im Haus

Die Polizei nahm den verdächtigen Mann noch vor Ort widerstandslos fest. Er wurde wegen leichter Verletzungen medizinisch behandelt. Der Zentrale Kriminaldienst Hannover ermittelt wegen eines Tötungsdelikts. Neben den beiden älteren Kindern sollen laut Polizei noch drei weitere gemeinsame Kinder des Paares im Alter von zehn, sechs und zwei Jahren im Haus gewesen sein. Diese waren einem Polizeisprecher zufolge körperlich unversehrt. Das Jugendamt sei eingeschaltet worden und nehme die Kinder zunächst in Obhut. Sie werden den Angaben zufolge von Seelsorgern unterstützt.

Ein weißes Einfamilienhaus in einer Wohnsiedlung.

Das 13-jährige Mädchen wird im Krankenhaus behandelt. Die Polizei hat den Familienvater als Tatverdächtigen festgenommen.

Ermittler halten Details zunächst zurück

Am Montag sicherten die Ermittler im Einfamilienhaus und im Garten der Familie Spuren, teils mit 3D-Scannern zur Dokumentation des Tatorts. Der Bereich war weiträumig abgesperrt. Viele zentrale Fragen sind noch offen – etwa zum Tatmotiv und der Tatwaffe. Polizei und Staatsanwaltschaft machten zunächst keine Angaben dazu, wie die Frau und das Mädchen verletzt wurden. Details würden derzeit bewusst nicht veröffentlicht, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Häusliche Gewalt: Familie war der Polizei bekannt

Bereits im vergangenen November hatte es bei der Familie einen Polizeieinsatz wegen häuslicher Gewalt gegeben, teilte ein Polizeisprecher dem NDR Niedersachsen mit. Die Beamten hätten seither den Kontakt zur Familie gehalten und immer wieder Gespräche geführt. Ziel war es, weitere Übergriffe zu verhindern.

Eine Skizze zum Thema häusliche Gewalt und Sorgerecht

Der Schutz von Frauen vor Gewalt erfährt offenbar gerade da seine Grenzen, wo sie Hilfe suchen. Nämlich vor Gericht.