Im Hochbauausschuss wurde jetzt vor allem über einen SPD-Antrag diskutiert: Es ging um Vandalismus an Schulen. Die Sozialdemokraten wünschen sich eine Verbesserung des Schutzes der Schulgebäude im Stadtgebiet vor Vandalismus. Nach längerer Beratung wurden zwei von drei Forderungen zugestimmt. Aufhänger war die Kaarster Realschule an der Halestraße. „An der Städtischen Realschule ist es wiederholt außerhalb der Unterrichtszeiten zu Beschädigungen mit hohen Sachschäden gekommen“, ist in dem Antrag zu lesen.
Zuletzt seien Anfang Februar an allen Außentüren die wenige Tage zuvor installierten teuren Transponder-Schlösser abgeschlagen worden, heißt es weiter in dem Antrag. Hinzu komme, dass der mittlere Schulhof regelmäßig und seit Jahren durch Glassplitter und Alkohol- beziehungsweise Drogenmüll verschmutzt werde. Sitzgelegenheiten seien demoliert worden. Die SPD-Fraktion schlug jetzt vor, den innen gelegenen Schulhof, der von der Straße aus nicht einsehbar ist, außerhalb der Schulzeiten zu schließen, weil es an sozialer Kontrolle mangele. Diese Schließung sei eine einfache und wirksame Maßnahme, um dort weiteren Vandalismus zu verhindern.
Genau damit tat sich der Hochbauausschuss schwer. Der Erste Beigeordnete Sebastian Semmler räumte ein: „Es gibt seit vielen Jahren entsprechende Probleme, und zwar nicht nur an der Realschule.“ Er riet dazu, dass jede Schule individuell betrachtet wird. Die angedachten Lösungsvorschläge müssten dann mit dem Ausschuss abgestimmt werden. Und er fügte hinzu: „Wir sind auf der Suche nach Lösungen.“ „Das ist ein wichtiger Antrag“, erklärte Bernd Espeter (CDU). Antragsteller Werner Kindsmüller hatte zuvor geklagt, dass Anträge abgelehnt werden würden, nur weil sie von der SPD kommen. Eine mögliche Schließung des innen gelegenen, nicht einsehbaren Schulhofs der Realschule schloss Espeter nicht aus: „Darüber ist noch zu entscheiden.“
Heiner Hannen von den Grünen sah nach einer ersten Einschätzung die Schließung von Schulhöfen skeptisch, wollte sie aber auch nicht ausschließen. Semmler teilte diese Auffassung: „Wir können uns die Schließung des innen gelegenen Schulhofs ansehen und werden sie dann mit den Ergebnissen unserer Untersuchungen beglücken.“ Man müsse berücksichtigen, dass alle Schulen unterschiedlich sind und es deshalb keine allgemeingültigen Lösungen gebe. Wo ist eine Alarmanlage sinnvoll, welche Schließzylinder sind die richtigen – das sind Fragen, die es zu beantworten gilt, wobei auch die jeweiligen Kosten eine Rolle spielen. In jedem Fall müsse entschieden werden, ob es sich zu investieren lohne.
Den weiteren Forderungen der SPD-Fraktion wurden einstimmig beschlossen. Die Verwaltung wurde beauftragt, dem Hochbauausschuss einen Bericht vorzulegen, aus dem die Fälle von grober Sachzerstörung, Vandalismus und Einbruch an städtischen Schulen hervorgehen. Die Aufstellung soll den Zeitraum seit dem 1. Januar 2025 umfassen. Der entstandene Sachschaden soll abgeschätzt werden. Außerdem bekam die Verwaltung jetzt den Auftrag, Vorschläge zu entwickeln, wie in Zukunft durch bauliche und technische Maßnahmen die Schäden durch Zerstörungen an den Schulgebäuden vermindert werden können.