
AUDIO: Vorbericht: Demo gegen sexualisierte Gewalt in Hamburg (1 Min)
Stand: 26.03.2026 06:00 Uhr
Am Rathausmarkt in Hamburg eine Demo ist heute ab 17.30 Uhr eine Demo gegen sexualisierte Gewalt geplant. Auslöser ist der kürzlich bekannt gewordene Fall der Schauspielerin Collien Fernandes. Die Moderatorin nimmt aus Sicherheitsbedenken allerdings anders als beabsichtigt nicht an der Demonstration teil.
„Eigentlich plante ich dort hinzugehen, dort zu sprechen. Mittlerweile gibt es aber ernsthafte Sicherheitsbedenken, aufgrund von Morddrohungen gegen mich“, schrieb Fernandes am Mittwoch auf der Plattform Instagram. „Ist das Eure Art, liebe Frauenhasser, damit umzugehen? Wie sollen denn Frauen künftig den Mut haben, aufzubegehren, wenn das Eure Antwort ist – man so mundtot gemacht wird?“, fügte sie hinzu.
Politikerinnen und Aktivistinnen rufen zur Demo auf
„Es reicht! Die Scham muss die Seite wechseln“, schreibt die Hamburger SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Annika Urbanski in ihrem Demonstrationsaufruf bei Instagram. Unterstützt wird der Aufruf unter anderem von der „Fridays For Future“-Aktivistin Luisa Neubauer. Der Schutz für Betroffene durch Gesetze in Deutschland sei unzureichend, das müsse geändert werden, heißt es in dem Demonstrationsaufruf. Die Veranstalter rechnen mit rund 7.500 Teilnehmenden.
Gallina fordert schärfere Gesetze
Ähnlich hatte sich am Freitag bereits Justizsenatorin Anna Gallina im NDR Hamburg Journal geäußert. Das Thema sexualisierte digitale Gewalt sei ein aufwachsendes Problem, sagte die Grünen-Politikerin. Bislang sei es nicht strafbar, wenn man etwa nicht einvernehmlich gefälschte Sex-Videos erstellt von Frauen, die dort zum Objekt gemacht werden.
Ulmen-Anwalt kündigt rechtliche Schritte an
Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte Vorwürfe der Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen öffentlich gemacht. Dessen Anwalt spricht von unzulässiger Verdachtsberichterstattung und kündigte rechtliche Schritte an. Es gilt die Unschuldsvermutung. Fernandes behauptet, Ulmen habe jahrelang gefälschte Nacktfotos und Videos von ihr verbreitet.

Immer häufiger tauchen manipulierte Videos und Fotos im Internet auf – sogenannte Deepfakes. Sie können bei den Betroffenen großen Schaden anrichten.

Nachdem Vorwürfe gegen Christian Ulmen bekannt geworden sind, gefälschte Sexvideos seiner Frau Collien Fernandes verbreitet zu haben, rücken Deepfakes in den Fokus.

Gesetz gegen digitale Gewalt
Nach den Vorwürfen von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann will Justizministerin Hubig ein geplantes Gesetz gegen digitale Gewalt zügig umsetzen. Dafür erhält sie parteiübergreifend Zuspruch. Fernandes selbst wirbt für eine Demo.

Nach Vorwürfen gegen Ex-Mann
Collien Fernandes gibt erstes Interview, betont die Folgen digitaler Gewalt und ruft zur Demo in Berlin auf.

Fernandes in den tagesthemen
Die Schauspielerin Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vor, er habe Fake-Profile mit pornografischen Inhalten über sie erstellt. In den tagesthemen fordert sie, Opfer von digitaler Gewalt besser zu schützen.

Zudem will die Grünen-Politikerin auch Regelungen gegen den Besitz von echten Vergewaltigungsvideos schaffen.