Wenn im Frühjahr, voraussichtlich ab Mitte April, die Kirschbäume blühen, verwandeln sich selbst unscheinbare Straßen in beliebte Ausflugsziele. Alleen mit Kirschblüten ziehen Spaziergänger, Radfahrer und Fotografen an – aber nur für wenige Tage. Wo in OWL die schönsten Kirschblüten zu sehen sind und wann die Blütezeit beginnt.
Wo ist die Kirschblütenallee in Bielefeld?
In Bielefeld verwandelt sich die Straße „Auf dem Langen Kampe“ jedes Jahr im Frühling in einen rosafarbenen Blütentraum. Auf über einem Kilometer blühen hier rund 240 japanische Kirschbäume und bilden eine wunderschöne Kirschblütenallee, die alljährlich Besucher zum Verweilen einlädt.
Im Video: Drohnenflug über die „Kirschblüten-Allee“ in Bielefeld bei Sonnenaufgang
Der Anblick lockt jedes Jahr zur Kirschblütenzeit auch viele Besucher von außerhalb an, die die bunte Farbenpracht bewundern und sich unter den eindrucksvollen Blüten ablichten lassen. Die Allee liegt etwa 2,5 Kilometer von der Stadtmitte entfernt, zwischen Ostbahnhof und Radrennbahn.
Für das perfekte Foto: Blütenpracht lockt Influencer nach Bielefeld
Wo kann man Kirschblüten in Gütersloh sehen?
Auch Gütersloh hat seit Jahren seine eigene kleine Kirschblütenallee. Auf dem Quartiersplatz am Magnolienweg stehen zwar nur 20 Kirschbäume mit schönen Zierkirschen, doch auch deren Anblick zieht im Frühjahr Spaziergänger, Anwohner und Fotografen gleichermaßen an. Auch zahlreiche Spaziergänger und Anwohner bestaunen jedes Jahr die blühenden Zierkirschen.
Die Bäume, genau genommen handelt es sich um die „Frühe Zierkirsche Accolade“, stehen seit mittlerweile mehr als 20 Jahren auf der städtischen Anlage in Gütersloh. Damit befindet sich die Allee auf öffentlichem Grund und darf fotografiert werden.
Auf dem Quartiersplatz am Magnolienweg in Gütersloh stehen seit mehr als 20 Jahren Kirschbäume.
| © Christian Bröder
Wann ist das Kirschblütenfest in Enger?
Eine blühende Allee voller Kirschbäume wie am Langen Kampe hat Enger zwar nicht, dafür gibt es in der Kleinstadt nördlich von Bielefeld schon seit Ende der 70er-Jahre das Kirschblütenfest – eines der beliebtesten Stadtfeste im Kreis Herford. Immer am letzten kompletten Wochenende im April, im Jahr 2026 vom 24. bis zum 26. April, strömen Tausende Menschen in die Innenstadt und feiern unter der schönen Blütenpracht der Zierkirschen.
Jedes Jahr wird ein Mädchen, das im April zehn Jahre alt wird, zur Kirschblütenfee gekürt. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem das Pflanzen eines Kirschbaums in der Innenstadt.
Jetzt mitmachen: Das große NW-Frühlingsquiz
Wann und wie lange blühen Kirschbäume in OWL?
Die Kirschblüte („Sakura”) findet jedes Jahr im Frühjahr statt. Im Herbst wachsen die ersten Knospen, die später zu den märchenhaften Blütenblättern reifen. Wann genau die Kirschblütenzeit beginnt, ist dabei immer wieder vom Wetter abhängig. In warmen Jahren färben sich die Baumkronen auch schon Ende März rosa. Meistens geht es aber etwa Mitte April los.
Sobald es so weit ist, sollten Interessierte nicht zu lange zögern: Die Blütezeit dauert nur wenige Tage. Nach etwa zehn Tagen ist schon wieder alles vorbei.
Welche Bedeutung hat die Kirschblüte in Japan?
In Japan gehört es zur Tradition unter den Kirschblüten zu sitzen und Zeit mit Freunden zu verbringen.
| © picture alliance / imageBROKER
In Japan steht die Kirschblüte seit Jahrhunderten für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit. Das Vergehen der Blüten auf dem Höhepunkt wurde früher mit dem Tod junger Krieger verglichen.
So kurz die japanische Blütenkirsche blüht, so zahlreich sind ihre Blüten, die zur Blütezeit den Boden rund um die Kirschbäume bedecken und die Äste zum Biegen bringen.
Der japanische Brauch Hanami – wörtlich „Blütensehen“ – feiert das gemeinsame Essen und Beisammensein unter den blühenden Bäumen. Nicht selten reservieren sich Menschen bereits ab Mittag Plätze, die sie abends einnehmen. Die Blütezeit beginnt in Japan im Januar im Süden, in Okinawa, und zieht sich bis Ende April in den Norden des Landes.
Berühmte Kirschblüten-Spots in ganz Deutschland
Das perfekte Foto: Um wunderschöne Fotos unter Kirschblüten zu schießen, fahren Menschen kilometerweit zu den Hotspots in Deutschland.
| © Niklas Tüns
Wer nicht in OWL sucht, findet auch anderswo schöne Orte. Eine kleine Auswahl:
- Im Rahmen der Kirschblütenwochen wird das traditionelle „Hanami” am Berliner Mauerweg zwischen Teltow und Lichterfelde gefeiert. Besucher können über 1.000 gepflanzte Kirschbäume bestaunen. Der ehemalige Grenzstreifen lockt jedes Jahr zahlreiche Besucher an.
- Zwischen Lichterfelder Allee bzw. Ostpreußendamm und Japan-Eck trägt der Berliner Mauerweg den Namen „TV-Asahi-Kirschblütenallee”. Hintergrund ist, dass sich der japanische Fernsehsender für die Pflanzung der Bäume in Berlin und Brandenburg eingesetzt hat.
- Als ganz besonderes Erlebnis für Kirschblüten-Fans gilt auch ein Ausflug in die Stadt Bonn zur Breiten Straße und zur Heerstraße. Die Stadt veranstaltet jedes Jahr aufs Neue einen Fotowettbewerb, der Besucher und Anwohner dazu animieren soll, die Blütenpracht einzufangen und zu erleben.
- Entlang der Werra in Witzenhausen (bei Kassel) können Aktive direkt einen ganzen Kirschwanderweg auf sich nehmen. Etwa 10.000 Kirschbäume erblühen ab Mitte April auf den Streuobstwiesen rund um die Fachwerkstadt.


