Europa in Sorge
USA könnten Ukraine-Waffen nach Nahost umleiten
27.03.2026 – 19:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einer Patriot-Abschussrampe: Kiew ist dringend auf das System angewiesen, um russische Angriffe abzuwehren. (Quelle: Jens Buttner)
US-Streitkräfte verbrauchen im Nahen Osten Munition in rasantem Tempo. Das könnte auch Folgen für die Waffenversorgung der Ukraine haben.
Die Geschwindigkeit, mit der die US-amerikanischen Streitkräfte im Krieg gegen den Iran im Nahen Osten Munition einsetzen, löst in europäischen Ländern Besorgnis aus. Laut einem Bericht der „Washington Post“ erwägt das Pentagon derzeit, Waffen, die eigentlich für die Ukraine bestimmt sind, künftig den eigenen Streitkräften im Nahen Osten zur Verfügung zu stellen. Laut einem Bericht von „Politico“ warnen Vertreter der Trump-Regierung europäische Verbündete bereits davor, dass es bei den bestellten Waffensystemen für die Ukraine zu Lieferverzögerungen kommen könnte.
Konkret betroffen geht es um Waffen, die über die europäische Beschaffungsinitiative „PURL“ für die Ukraine bei den USA bestellt wurden. Dabei handelt es sich um ein Nato-Programm, das im vergangenen Jahr eingerichtet wurde, nachdem die USA unter Präsident Donald Trump ihre direkten Waffenlieferungen an die Ukraine eingestellt hatten.
Derzeit ist jedoch nicht klar, ob und in welchem Umfang der erhöhte Bedarf der amerikanischen Streitkräfte im Nahen Osten die Waffenlieferungen an die Ukraine tatsächlich betrifft. In einer Stellungnahme erklärte ein Sprecher des Pentagons, das Verteidigungsministerium werde sicherstellen, dass die „US-Streitkräfte und die unserer Verbündeten und Partner alles haben, was sie zum Kämpfen und Siegen benötigen“.
Der „Washington Post“ erklärte ein europäischer Beamter, dass ein solches Szenario zunächst keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Versorgung der Ukraine hätte, da bereits „einige Dinge im Gange“ seien. Betroffen wären demnach eher künftige Lieferungen in ein bis zwei Monaten.
Zu den gefragtesten Munitionstypen der Ukraine zählen Abfangraketen für Patriot- und THAAD-Systeme (Terminal High Altitude Area Defense). Die ukrainische Regierung hat die möglichen Lieferverzögerungen bislang nicht bestätigt. Ein Sprecher des ukrainischen Außenministeriums sagte „Politico“, dass Marco Rubio ihn während eines Gesprächs am Rande des G7-Treffens nicht über künftige Unterbrechungen bei Waffenlieferungen informiert habe. Weitere Einzelheiten des Gesprächs nannte er nicht.
