Video:
Zeitumstellung auf Sommerzeit (3 Min)

Stand: 29.03.2026 03:04 Uhr

In der Nacht auf Sonntag sind die Uhren um eine Stunde vorgestellt worden. Mit der Zeitumstellung um 2 Uhr hat so wieder die Sommerzeit begonnen. Abends bleibt es nun länger hell, morgens zunächst etwas länger dunkel.

Alljährlich am letzten März-Wochenende wechseln Deutschland und die anderen EU-Staaten sowie die meisten europäischen Nachbarstaaten zur mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ). Das bedeutet: In der Nacht vom 28. auf den 29. März 2026 wurden die Uhren wieder von 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt. Die Nacht zum Sonntag war dadurch 60 Minuten kürzer als üblich.

Zeitumstellung führt zu gesundheitlichen Problemen

Bei vielen Menschen sorgt die Zeitumstellung für Schlafprobleme. Bei einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit vom Herbst 2025 gab knapp ein Drittel aller Befragten an, nach der Zeitumstellung schon einmal Beschwerden verspürt zu haben. Zu den häufigsten Problemen zählen Müdigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Gereiztheit und depressive Verstimmungen. Bei Frauen traten deutlich häufiger Beschwerden auf als bei Männern. Auch das Alter spielt eine Rolle. Ältere Menschen haben demnach mit der Umstellung mehr Probleme als jüngere.

Konkrete Auswirkungen hat die Zeitumstellung laut Umfrage auch auf den Arbeitsalltag: 16 Prozent der Erwerbstätigen gaben an, schon einmal zu spät zur Arbeit gekommen zu sein. Schlafforscher raten, die Schlafzeit über mehrere Tage verteilt zu verschieben – also bereits vor der Zeitumstellung täglich etwa zehn Minuten früher aufzustehen.

Junge Frau im Bett schaut wütend auf den Wecker, der auf dem Nachttisch steht.

Der menschliche Körper hat eine innere Uhr. Durch die Zeitumstellung kann sie durcheinandergebracht werden.

Wann wird die Zeitumstellung abgeschafft?

Seit ihrer Einführung wird über Sinn und Unsinn der Zeitumstellung diskutiert. Die Europäische Union plant bereits seit 2018 die Abschaffung der Sommerzeit, das Europäische Parlament stimmte 2019 dafür, doch seitdem liegen die Pläne auf Eis. Damit es in der EU keine wechselnden Zeitzonen von Land zu Land gibt, sollen sich die Mitgliedsstaaten abstimmen, ob künftig dauerhaft die Sommerzeit gilt oder die bisherige Normalzeit, die mitteleuropäische Zeit. Doch eine Einigung ist nicht in Sicht.

Eine Stunde vor oder zurück?

Eselsbrücken helfen beim Drehen an der Uhr:
Im Frühjahr werden die Gartenstühle VOR das Haus gestellt, im Herbst ZURÜCK in den Keller.
Die Temperatur ist im Frühjahr im Plus, im Herbst im Minus.
Im US-Amerikanischen heißt es: SPRING forward, FALL back.

Ärzte sprechen sich gegen dauerhafte Sommerzeit aus

Umfragen zufolge wünscht sich eine Mehrheit in Deutschland eine dauerhafte Sommerzeit. Die meisten Wissenschaftler, vor allem Schlafmediziner, befürworten dagegen eine ganzjährige Normalzeit. Für sie spricht gegen eine dauerhafte Sommerzeit, dass es im Winter morgens zu lange dunkel wäre. Die Sonne würde umso später aufgehen, je weiter im Norden von Deutschland man sich befände. Die Menschen müssten morgens aber trotzdem früh aufstehen. Ihnen würde es aufgrund der längeren Dunkelheit schwerer fallen, wach zu werden. Die Folge wäre Schlafmangel. Dauerte dieser länger an, könnte die Gesundheit darunter leiden. Die längere morgendliche Dunkelheit könnte zudem dazu führen, dass Unfälle auf Arbeits- und Schulwegen zunehmen.

Bahn gerät vorübergehend aus dem Takt

Auch für die Deutsche Bahn bedeutet die Umstellung immer wieder eine Herausforderung. Zwar sind nachts nur wenige Personenzüge unterwegs, die fehlende Stunde bringt deren Fahrplan aber durcheinander. Die Bahn versuchte nach eigenen Angaben, planmäßige Aufenthalte der Nachtzüge so zu verkürzen, dass sie am Sonntagmorgen pünktlich ankamen. war das nicht möglich, erreichten sie ihr Ziel mit Verspätung. Güterzüge schickte die Bahn in der Nacht der Zeitumstellung möglichst früher auf die Reise.

Video:
Zeitumstellung: Warum ist das für einige Menschen eine Belastung? (1 Min)

Winterzeit: Zurück zur Normalzeit am 25. Oktober

Die Zeitumstellung erfolgt immer am letzten Sonntag der Monate März und Oktober. 2026 endet die Sommerzeit am 25. Oktober. Das zentrale Kommando für alle Funkuhren kommt von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig.

Der Zeiger einer Uhr steht auf drei Uhr.

Zudem erklärt Jens Simon von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig, warum das Jahr mal deutlich länger war.

Wann gab es in Deutschland keine Zeitumstellung?

Bis 1979 galt auch im Sommer die Normalzeit. Seit 1980 werden die Uhren im Frühjahr von der mitteleuropäischen Zeit auf Sommerzeit umgestellt. Sie wurde ursprünglich eingeführt, um Energie zu sparen, da es abends dann länger hell bleibt. Laut Umweltbundesamt hat sich diese Erwartung allerdings nicht erfüllt: Zwar schalten die Menschen abends seltener das Licht an, dafür heizen sie aber im Frühjahr und Herbst in den Morgenstunden mehr. Das gleiche sich in der Summe aus.

Erste Versuche, an der Zeit zu drehen, gab es bereits vor mehr als 100 Jahren: 1916, während des Ersten Weltkrieges, führte das Deutsche Reich als erstes Land weltweit eine Sommerzeit ein. Mit dem Ende des Krieges 1918 war das Projekt beendet.

Im Jahr 2026 beginnt die Sommerzeit am 29. März. Alljährlich am letzten Sonntag im März werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt, von 2 auf 3 Uhr. Am letzten Sonntag im Oktober werden sie wieder um eine Stunde zurückgestellt, also von 3 auf 2 Uhr.

Erstmals wurde die Sommerzeit bereits 1916 eingeführt, nach dem Ende des Ersten Weltkriegs aber wieder abgeschafft. Seit 1980 gibt es die Sommerzeit in Deutschland wieder.

Weitere Informationen

Prof. Ralf Ewert, Schlafforscher.

Die Uhren werden wieder zurückgestellt. Kann man sich ein Schlafpolster anlegen? Schlafmediziner Ralf Ewert im Gespräch.

Ein totes Reh am Straßenrand. Zu dpa: "Erhöhtes Risiko für Wildunfälle durch Zeitumstellung".

Pendler fahren eine Stunde früher zur Arbeit, gleichzeitig wechseln während der Dämmerung Wildtiere die Straßenseite.

Podcast Info Zeitzeichen Mediathekbild

Am 7. November 1979 verordnet die Bundesregierung die Einführung der Sommerzeit. Premiere ist im Frühjahr 1980.