Mit „Wegwerf-Killer“
Fatale Verwechslung führt zu brutalem Polizeieinsatz
31.03.2026 – 10:32 UhrLesedauer: 1 Min.
Handschellen an Händen (Symbolbild): Nach einer dramatischen Verwechslung prüft die Staatsanwaltschaft jetzt Gewaltvorwürfe. (Quelle: IMAGO/Rüdiger Wölk)
Nach dem Mordfall Portnow gerät ein Spezialeinsatz in Heinsberg selbst ins Visier. Die Staatsanwaltschaft Aachen ermittelt gegen Beamte wegen möglicher Körperverletzung.
Die Staatsanwaltschaft Aachen hat vergangene Woche Ermittlungen gegen Polizisten einer Spezialeinheit der Polizei Nordrhein-Westfalen eingeleitet. Anlass ist ein Einsatz am 25. Februar 2026 am Busbahnhof von Heinsberg.
Bei der Festnahme eines mutmaßlichen Täters im Mordfall des ukrainischen Politikers Andrij Portnow wurde laut Bericht der „Zeit“ zunächst fälschlicherweise ein unbeteiligter junger Mann festgenommen. Der Mann berichtete, sein Gesicht sei auf den Asphalt gedrückt, er habe eine Augenmaske erhalten und sei mit Kabelbindern gefesselt worden.
Dabei habe er Verletzungen an Armen und Knien erlitten und leide weiterhin unter psychischen Folgen. Augenzeugen sowie Bild- und Videomaterial bestätigen den Ablauf des Einsatzes. Nach der Verwechslung wurde der Mann ohne Entschuldigung freigelassen.
Der eigentliche Tatverdächtige, Alexander A., ein sogenannter russischer „Wegwerfkiller“ soll den Mord an Portnow begangen haben. Er wurde in Heinsberg von zivilen Spezialeinheiten der Polizei NRW zusammen mit spanischen Beamten festgenommen. In seiner Wohnung fanden die Ermittler unter anderem die mutmaßliche Tatwaffe. A. sitzt derzeit in Auslieferungshaft in Köln. Ein Sprecher des Bundeskriminalamtes stellte klar, dass das BKA an der Festnahme nicht beteiligt war.
